Beim Lungenbluten entleert sich hellrothes, oft schaumiges Blut aus den Lungen durch die Luftröhre, womit mehr oder weniger Husten und Räuspern verbunden ist. Lungenbluten kann man vom Magenbluten an der Farbe des sich entleerenden Blutes unterscheiden. Kommt dasselbe aus dem Magen, so ist dessen Farbe dunkelroth; auch ist die Quantität bedeutender und gewöhnlich mit andern Substanzen aus dem Magen vermischt.
Symptome. Dem Lungenbluten geht gewöhnlich ein Druck in der Brust und Schwierigkeit des Athmens voraus. Das Gesicht ist erröthet, der Patient ängstlich, verspürt unter dem Brustbein Schmerz, Hitze oder Prickeln und im Mund einen salzigen, bitteren Geschmack. Ehe sich das Blut entleert, fühlt der Kranke im oberen Theile der Luftröhre Kitzeln, was Husten und Räuspern hervorruft und worauf die Blutaussonderung stattfindet. Das Bluten mag mit Frösteln und Schmerzen im Kreuz und Rücken, Müdigkeit in den Gliedern und vollem, schnellem Puls beginnen. Die Quantität des entleerten Blutes mag blos einige Tropfen oder so viel betragen, daß dadurch der Tod eintritt.
Ursachen. Lungenbluten kann durch Herzkrankheiten oder dadurch, daß Blutgefäße in den Lungen geborsten, verursacht werden. Die fernerliegenden Ursachen sind — heftige Anstrengung, übermäßig lautes Singen, das Einathmen störender Substanzen, eine enge, verkrüppelte Brust, die Unterdrückung gewöhnlicher Entleerung und Auszehrung.
Behandlung.
Allgemeine. Man bringe den Patienten ins Bett und lege ihn so, daß Kopf und Schultern nicht höher als die andern Körpertheile liegen, entferne die Kleider, damit dieselben den Kranken nicht am Athmen hindern, und halte das Zimmer gut ausgelüftet. Der Patient muß vollkommen ruhig liegen, und Körper wie Gliedmaßen so wenig als möglich bewegen, auch sollte er versuchen, den Husten zu unterdrücken, und man muß auf alle Weise vermeiden, daß er aufgeregt wird.
Allöopathisch. Ein voller Theelöffel voll Kochsalz verfehlt selten, dem Bluten eine Zeitlang Einhalt zu thun. Wiederholen sich die Anfälle, so kann man das folgende eingeben:
| Essigsaures Blei (Acetate of lead) | 2 | Grane. |
| Opium | ½ | Gran. |
Dies ist in einer Dosis zu geben und alle zwei, drei oder vier Stunden mehrere Tage hintereinander zu wiederholen. Eis und Alaun (Alum) jedes allein oder zusammen, mag man im Mund während der Dauer der Anfälle schmelzen lassen.
In manchen Fällen mögen, nachdem der Stuhlgang mittelst 3 oder 4 Grane Calomel geordnet ist, 15 bis 20 Tropfen verdünnte Schwefelsäure in Wasser drei- oder viermal des Tages, oder das folgende gegeben werden: