Hepar Sulphuris. — Gegen Dyspepsie, wenn dieselbe durch das Nehmen von blauen Pillen oder anderen Quecksilber-Präparaten verursacht wurde, ein heftiges Verlangen nach reizenden Stoffen, Weinen oder Säuren, der Magen scheint äußerst empfindlich zu sein und geräth leicht in Unordnung, obgleich der Patient gesund sein mag, Uebelkeit am Morgen, bei Erbrechen einer sauren, galligen oder schleimigen Masse. Kann abwechselnd mit Nux vomica, wenn harter, leicht gefärbter Stuhl vorhanden ist, oder mit Mercurius, bei einer weißlichen Diarrhöe, gegeben werden.

Ipecacuanha. — Besonders passend für Kinder, wenn sie Speisen, Getränke oder Galle erbrechen, Erbrechen mit Kälte des Gesichts und der Endglieder, Zunge weiß, gelblich belegt, Erbrechen mit Diarrhöe, Abneigung gegen Speise, besonders fette und reiche Kost, oder wenn die Verdauungsschwäche vom Essen des Turkey oder von Pasteten u. s. w. veranlaßt wurde.

Mercurius. — Aufstoßen eines sauren und bitteren Stoffes, fauliger, süßlicher oder bitterer Geschmack des Morgens, Neigung zur Diarrhöe, bei Durchfall oder Schweiß, schwache Verdauung bei beständigem Hunger, Druck in der Magengrube nach dem Essen. Ist vor oder nach Lachesis zweckmäßig zu geben.

Phosphorus. — Bloßes Aufstoßen, besonders nach dem Essen, Erbrechen nach dem Essen, Brennen im Magen.

Sepia. — Bei chronischer Dyspepsie mit oder ohne krankhaftes Kopfweh, Aufstoßen oder Schmecken von saurer oder fauliger Speise, Anschwellen des Unterleibes mit einem Drucke, wie von einem Stein herrührend, Uebelkeit vor dem Frühstück, ebenso nach dem Essen, Uebelkeit von schwangeren Frauen.

Lachesis. — Unregelmäßiger Appetit, ein Widerwillen gegen Brod, bei einem Verlangen nach Wein und Milch, häufige Uebelkeit, Erbrechen der Speisen, Verstopfung, Unbehaglichkeit, Trägheit, Schwere. Ist passend vor oder nach Mercurius.

Veratrum. — Wenn sich Ipecacuanha als unzureichend erwiesen hat oder wo nach Anwendung von Ipecacuanha noch Diarrhöe mit kneipenden Schmerzen in den Eingeweiden vorhanden ist, bei großem Durst, Kälte der Hände und einem Schauer über den ganzen Körper.

Andere Heilmittel wie Rhus, Acidum Phosphoricum, Cocculus, Ignatia, Staphysagria sind zuweilen, aber nicht oft anwendbar.

Verordnung der Heilmittel. Bei frischen Anfällen, und wenn viel Magenschmerz und krankhafter Reiz desselben vorhanden, nehme von dem gewählten Heilmittel alle halbe, ganze, zwei oder drei Stunden eine Dosis. Sobald die Strenge der Symptome nachzulassen beginnt, sollten die Zwischenräume verlängert werden. Bei chronischen Fällen ist das Mittel dreimal des Tages zu wiederholen. Bei Anwendung der Kügelchen gebe einem Erwachsenen zehn.

Allöopathisch. Wenn Mangel an Appetit ein Symptom ist und es ist keine erklärliche Ursache dafür vorhanden, nehme folgendes: