Es ist ein Schmerz im Magen, der durch das Vorhandensein von Speisen oder durch Druck erhöht wird; der Appetit ist unregelmäßig und eigenthümlich, die Nahrung wird unvollkommen verdaut und ein Gas, welches außerordentlich widerwärtig ist, strömt aus dem Munde; der Appetit wird zuweilen sehr heftig, aber wenn der Kranke etwas zu sich nimmt, ist er bald befriedigt oder wird in Folge dessen unwohl. Zu andern Zeiten ist der Appetit wieder ganz verloren, die Zunge ist weiß in der Mitte und roth an der Spitze und den Seiten, zuweilen ganz und gar glänzend und roth, wie Rindfleisch. Dehnt sich die Entzündung auf die Eingeweide aus, so tritt Diarrhöe ein; in einigen Fällen ist Husten vorhanden, und wird die Krankheit nicht eingehalten, so erscheinen alle Symptome der Auszehrung. Wird die Krankheit nicht gut behandelt, so tritt eine Eiterung der Magenhülle ein und wird den Tod nach sich ziehen.
Behandlung.
Allöopathisch. Wenn die Krankheit durch Gifte entsteht, sollten zuerst die unter den Gegengiften (Antidotes) angegebenen Mittel angewendet werden. Nachdem das Gift entfernt oder unschädlich gemacht worden ist, sollten Blutegel in der Gegend des Magens gesetzt werden, aber es ist hierbei darauf Acht zu geben, daß nicht zuviel Blut entzogen wird. Senfpflaster auf die Füße, längs des Rückgrats und über der Magengrube, dem man Bähungen von Stechapfel- (Stramonium) Blättern oder Hopfen folgen läßt, sollten so oft als nothwendig wiederholt werden. Brechmittel sind nicht geeignet, dagegen mag die folgende Einspritzung gegeben werden:
| Leinsamenthee (Flax seed tea) | ½ | Pint. |
| Laudanum | 40 | Tropfen. |
Gebrauche es als eine Einspritzung. Oder auch:
| Castoröl | 2 | Unzen. |
| Stachlige Eschenrinde-Tinktur (Tincture of prickly ash bark) | ½ | Unze. |
| Zusammengesetzte virginische Schlangenwurzel-Tinktur (Compound tincture of Virginia snake root) | 2 | Drachmen. |
| Aufguß von Wasserdost (Infusion of boneset) | ½ | Pint. |
| Aufguß von Sennesblättern (Infusion of senna) | ½ | „ |
Mische und gebe es als eine Einspritzung.
Kaltes Wasser, Eiswasser und Aufguß von schlüpferiger Ulmenrinde kann als Trank gebraucht werden. Stückchen von Eis können im Mund gehalten oder verschluckt werden. Während der Wiedergenesung sollte der Patient eine Ueberladung des Magens sorgfältig vermeiden. Pfeilwurz (Arrow root), Sago und Milch lasse man zuerst nehmen, dann kann Rindsbrühe, Hühnerbrühe, weich gekochte Eier u.s.w. folgen.
Bei chronischer Entzündung des Magens ist es vorteilhaft, Blutegel über den Magen anzusetzen. Ist aber ein wenig Empfindlichkeit vorhanden, so mögen Senfpflaster aufgelegt oder ein wenig Krotonöl in der Gegend des Magens eingerieben werden. Die Kost ist sorgfältig zu überwachen, nur die einfachsten und am wenigsten reizenden Speisen, und zwar in ganz kleiner Menge, sollte man zu sich nehmen. Gummi Arabicumwasser, Reiswasser, Thee, sowie Zwieback ohne Butter, Gerstenwasser, Kalkwasser und Milch, Tapioca, Gelee’s, Sago, Pfeilwurzschleim (Arrow root) oder Crackers in Eiswasser getränkt, wird alles sein, was nöthig ist, bis der Kranke wieder besser wird.
Zum innerlichen Gebrauche diene folgendes: