Ist der Blutfluß stark, so mögen Einspritzungen von kaltem Wasser oder eine schwache Auflösung von Alaun gemacht werden. Eine Salbe zusammengesetzt aus
| Fett | 2 | Unzen. |
| Schwefel | 1 | Drachme. |
Gemischt und zwischen zwei Bleitellern, bis es gehörig schwarz geworden ist, gerieben, soll sich sowohl gegen die fließenden als auch blinden Hämorrhoiden bewährt haben. Bei starker Entzündung kann ein Umschlag, zusammengesetzt aus Schwefel (Sulphur), schlüpfriger Ulmenrinde (Slippery elm bark) und Stechapfel- (Stramonium) Blättern gemacht werden.
Die Kost sollte einfach sein, wie Kornbrod, reife Früchte, Brod aus ungesiebtem Weizenmehl, Brühen &c.
Eclectische und Kräuterkur. Cremor Tartari (Cream of tartar) in Dosen von einem Theelöffel voll in Molasses oder Syrup genommen, ist ein ausgezeichnetes Mittel. Gleiche Theile von Schwefelblüthe (Flowers of sulphur) und Cremor Tartari in Dosen von einem Theelöffel voll in Molasses oder Syrup gegeben, ist in einigen Fällen von Erfolg. Gleichzeitig sollte der Patient einen Thee aus gleichen Theilen von Flieder (Elder) und Wollkraut (Mullen) trinken. Bei blinden Hämorrhoiden, wenn beträchtliche Entzündung vorhanden ist, wird ein Umschlag von Kermesbeer- (Poke) Blättern als sehr wirksam empfohlen; oder gleiche Theile von Ulmenrinde (Elm bark) und Lobeliablättern. Zuweilen wird eine Bähung vermittelst einer Abkochung von bitteren Kräutern wie Rainfarn (Tansy), Hopfen und Kermesbeer- (Poke) Blättern sehr zuträglich gefunden werden. Folgendes wird in einigen Fällen mit Erfolg angewendet:
Man nehme ein halb Dutzend Buckeyes oder wilde Kastanien (Horse chestnuts) wenn frisch, schäle und schneide sie fein, lege sie in einen Blechnapf mit hinreichend Fett, um sie zu bedecken, lasse sie eine Stunde lang am Feuer stehen und seihe dann das Fett durch. Wenn kalt, ist es anwendbar. Schmiere damit die Geschwulst zweimal des Tages. Frische Butter, Salz, Terpentin-Spiritus (Spirits of turpentine), im Verhältniß von einem Theelöffel des Vorhergehenden auf zwei Theelöffel des Letzteren zusammen gemischt und damit mehrere Male des Tages sowohl Innen als Außen den After eingeschmiert, ist ein ausgezeichnetes Mittel.
Dr. Bodenhammer’s Salbe wird aus gestoßenen Stechapfel- (Stramonium) Blättern oder Jamestown Unkraut zubereitet, welches man in frischer Butter oder Schweinefett, dem ein wenig Laudanum beigefügt ist, langsam kochen läßt. Es sollten dann öfters Umschlage auf die angegriffenen Theile gemacht werden.
Homöopathisch. Das Hauptmittel ist Nux vomica, das bei allen Arten dieser Krankheit anwendbar ist. Abwechselnd mit Sulphur, besonders bei chronischen Fällen zu geben. Eine Dosis des Nachts von Nux Vomica, des Morgens von Sulphur. Entsprechen diese Mittel nicht, so gebe man Ignatia, Sepia, Belladonna, Colocynthis, Carbo Vegetabilis, Hepar Sulphuris. Jedes mag mehrere Tage gegeben werden, bevor zu einem anderen gegriffen wird, weil das vorhergehende keinen Erfolg hatte.
Hamamelis — ist mit Erfolg bei dieser Krankheit angewendet worden; man gebe entweder die Tinktur oder Ponds Extrakt und zwar 6 Tropfen in einem Bierglas voll Wasser. Alle 2, 3 oder 4 Stunden einen Theelöffel voll. Gleichzeitig gebrauche das Mittel, mit einer gleichen Menge Wasser verdünnt, äußerlich. Die Anwendung des Wassers ist sehr zuträglich.