Das Scharlachfriesel (Scarlatina familiaris, scarlet rash.)
Dasselbe ist eine vom [Scharlachfieber] verschiedene Krankheit, obgleich es zuweilen mit demselben, sowie auch mit den Masern verwechselt wird. Der Ausschlag des Scharlachfriesels besteht in ganz kleinen kronartigen Erhöhungen, welche bei einem Streichen mit der Hand über die Oberfläche der Haut leicht gefühlt werden können, während der Ausschlag des [Scharlachfiebers] vollkommen glatt ist.
Ursachen. Kinder irgend eines Alters sind empfänglich dafür, wird aber häufiger bei Säuglingen gefunden. Es wird durch einen gewissen Reiz des Magens und der Eingeweide, durch plötzlichen Witterungswechsel, plötzliche Unterdrückung der Hautausdünstung, durch kaltes Trinken, wenn der Körper erhitzt ist, und durch übermäßige Bewegung hervorgerufen. Es ist nicht ansteckend.
Kennzeichen. Dem Ausschlag geht in der Regel Frost und Hitze — abwechselnd — Schwäche, Schwere und Eingenommenheit des Kopfes, Schlaflosigkeit, Hitze und Trockenheit der Haut, Appetitlosigkeit u. s. w. voraus. Diese Symptome verschwinden, sobald sich der Ausschlag zeigt, was in der Regel am dritten oder vierten Tage der Fall ist. Scharlachfriesel kann von [Scharlachfieber] dadurch unterschieden werden, daß bei dem Letzteren der Ausschlag eine hellrothe oder scharlachartige Farbe besitzt und sich gleichmäßig über die Oberfläche des Körpers verbreitet; bei dem Ersteren ist der Ausschlag viel dunkler, zuweilen fast purpurfarbig, und erstreckt sich in unregelmäßigen runden Flecken über den Körper, läßt auch beim Druck mit den Fingern keinen weißen Eindruck zurück. Das [Scharlachfieber] wird stets von bösem Hals begleitet, was bei dem Scharlachfriesel nicht der Fall ist. Durch das Laufen der Nase, Augen u. s. w., Symptome der Masern, können dieselben vom Scharlachfriesel unterschieden werden.
Behandlung.
Homöopathisch. Bei gewöhnlichen Fällen reicht Aconitum hin, das, wenn Reizbarkeit und Schlaflosigkeit vorhanden ist, abwechselnd mit Coffea gegeben werden kann.
Bei Uebelkeit und Erbrechen Ipecacuanha oder Pulsatilla.
Verschwindet in Fällen der Ausschlag plötzlich: Ipecacuanha und Bryonia, abwechselnd alle halbe Stunden oder alle Stunden eine Dosis, gleichzeitig halte man den Kranken wohl zugedeckt.
Bei Andrang nach dem Kopfe, Schläfrigkeit gebe man Opium. Wenn plötzliche Anfälle eintreten, die Augen mit Blut unterlaufen und der Kopf schwer wird, wende man Belladonna an.
Verordnung der Heilmittel. Löse 12 Kügelchen in 12 Theelöffel voll Wasser und gebe alle 1, 2 oder 3 Stunden, der Strenge der Symptome angemessen, einen Theelöffel voll.