Homöopathisch. Die unter Nierenentzündung empfohlenen Heilmittel mögen auch gegen dieses Leiden angewendet werden. Ferner kann auch folgendes gegeben werden: Hyosciamus, bei Krämpfen im Blasenhalse. Wenn Cantharides das Brennen während des Urinablasses nicht mindert, gebe man Arsenicum und Carbo vegetabilis abwechselnd. Sulphur und Calcarea mögen bei der chronischen Form gegeben werden.
Wegen Verordnung der Heilmittel siehe [Nierenentzündung].
Harnverhaltung (Retention of Urine — Ischuria).
Bei dieser Krankheit wird der Harn in Folge der Unfähigkeit, denselben abzulassen, in der Blase zurückgehalten, in der Regel bei Vollsein des unteren Theiles des Unterleibes, welcher schmerzhaft beim Druck ist; der Schmerz erstreckt sich bis zu den Lenden und Schenkeln und die Blase fühlt sich hart und angeschwollen an, zuweilen, nach heftigem Drängen zum Wasserablassen, werden nur einige Tropfen abgehen. Schreitet die Krankheit vor, so werden die Eingeweide hart, das Gesicht geröthet und die Haut heiß. Kann keine Linderung verschafft werden, so ist Gefahr vorhanden, daß die Blase springt oder Entzündung des Bauchfelles eintritt.
Ursachen — mögen eine Lähmung der Blase, Verletzungen derselben, Entzündung des Blasenhalses, Drüsenanschwellung zuzuschreiben sein.
Behandlung.
Eclectische und Kräuterkur. Folgendes soll in den meisten Fällen wirksam sein:
Man mache ein Pint starken grünen Münz- (Spearmint) Thee, füge eine halbe Gill holländischen Wachholder-Branntwein (Holland gin) und eine Unze Salpeter-Spiritus (Spirits of nitre) hinzu. Der Kranke sollte das Ganze innerhalb einer Stunde auf verschiedene Male trinken. Ist die erste Dosis nicht hinreichend, so sollte es innerhalb der nächsten 2 Stunden wiederholt werden.
Wenn die Harnverhaltung der Entzündung des Blasenhalses zuzuschreiben ist, so bringe man den Kranken in ein warmes Bad, lasse ihn dort 15 bis 20 Minuten verbleiben und wende nach diesem eine Bähung von gleichen Theilen von Hopfen- und Lobelia-Blättern zwischen den Beinen an.
Ein Thee von Wassermelonen- oder Kürbis- und Gurkenkörnern öfters getrunken ist hin und wieder zuträglich. Bei starkem Schmerz gebe man alle halbe Stunden 20 Tropfen Laudanum.