Homöopathisch. Eine schwache Arnica- und Hamamelis-Auflösung wird gute Dienste thun, wenn man vor dem Schlafengehen die Beine von unten nach oben, immer aufwärts reibend, einreibt.
Nux Vomica. — Wenn nebst dieser Krankheit auch Hämorrhoiden vorhanden sind, Hartleibigkeit, häufige drückende Schmerzen und reizbare Gemüthsstimmung.
Pulsatilla. — Dies ist das Hauptmittel, namentlich wenn die Adern und die Beine bedeutend geschwollen und Schmerzen sowie Entzündung vorhanden sind.
Arsenicum. — Wenn die Anschwellung schwärzlich ist und bedeutende brennende Schmerzen verursacht. Wirkt dieses nicht, so gebe Carbo Vegetabilis.
Hämorrhoiden oder Goldader (Piles, or Hemorrhoids).
Dieser Krankheit sind schwangere Frauen vielfach ausgesetzt, und zwar wird dieselbe gewöhnlich durch Hartleibigkeit verursacht, weshalb es sehr wichtig ist, daß eine schwangere Frau ihren Stuhlgang regelmäßig erhält, so daß weder Hartleibigkeit noch Diarrhöe eintritt und gegen alle Störungen in dieser Hinsicht sogleich einschreitet.
Behandlung.
Allgemeine. Die oftmalige Anwendung des kalten Wassers wird sehr gute Dienste leisten, wenn es sogleich zu Anfang gebraucht wird. Es mag mittelst Sitzbäder, kalter Umschläge oder Einspritzungen in Anwendung kommen. Wenn die Hämorrhoiden bluten oder zu bluten aufhörten und sehr schmerzen, gebrauche warmes Wasser. Die Kost muß sorgsam regulirt werden und man darf nur sehr wenig Fleisch genießen. Wenn nach dem Stuhlgang der Darm oder eine kleine Beule zu Tage tritt, so müssen diese Theile wieder mit dem Finger eingedrückt werden. Viele Arznei einzunehmen, ist nicht rathsam, sondern man lebe in allen Stücken regelmäßig und schaffe sich regelmäßige Bewegung. Die Stuhlgangöffnung kann regelmäßig erhalten werden durch den Genuß von Roggenbrod, Roggenmehl und Molasses, Kartoffeln, reife Früchte, gekochte Pfirsiche und Pflaumen &c.
Homöopathisch. Nux Vomica und Sulphur sind die hauptsächlichsten Mittel. Nux Vomica, namentlich wenn nach jedem Stuhlgang helles Blut ausfließt und eine beständige Neigung zum Stuhlgang vorherrscht. Man gebe Nux Vomica Abends (eine Dosis) und Sulphur Morgens (eine Dosis). Tritt hierauf nach einigen Tage nicht Besserung ein, so kann man Ignatia geben, namentlich wenn heftige stechende Schmerzen vorhanden sind, oder nach jedem Stuhlgang schmerzliche Zusammenziehung und Wundheit eintritt. Ist die Hartleibigkeit sehr hartnäckig, so verordne Ignatia und Opium alle 2 oder 3 Stunden abwechselnd. Andere zu gebrauchende Heilmittel sind: Arsenicum, Belladonna, Carbo Vegetabilis, Hepar Sulphuris, Hamamelis, Virginica.
Eclectische und Kräuterkur. Um der Hartleibigkeit vorzubeugen, gebe einen Theelöffel voll Cremor Tartari mit Wasser oder Molasses vermischt, oder die zusammengesetzte Rhabarber-Pillen (Compound rhubarb pill). Schmerzen die Knoten und sind diese entzündet, so wird ein Ulmenrinde- (Slippery elm bark) und Milch- oder Wasser-Umschlag gute Dienste leisten. Zu derselben Zeit gebrauche die folgende Salbe zum einreiben: Zwei Eßlöffel voll frische, ungesalzene Butter und vier Eßlöffel voll Terpentingeist (Spirits of turpentine). Dieses ist gut zu mischen und damit die betreffenden Theile zwei- oder dreimal täglich einzureiben. Auch das folgende wird gute Dienste leisten: