Bezüglich der Kleidung sagt Dr. Tarry in seinem: “Mother and her offspring”:

„Ich will den Geschmack durchaus nicht weiter beeinflussen als nothwendig ist, um dem Kinde eine warme, leichte und bequeme Bekleidung zu sichern. Es muß wohl sogleich in die Augen fallen, daß kurze Aermel und um den Hals tief ausgeschnittene Kleider nicht passend für Kinder sind.“

Der dazu verwandte Flanell muß weiß und fein sein und öfters gewechselt werden, damit der Körper beständig rein gehalten wird.

Scheintod (Apparent Death — Asphyxia).

Zuweilen trägt es sich zu, daß, wenn die Wehen lang und stark waren, das Kind scheinbar todt ist und sofortige Behandlung verlangt. Man bringe das Kind sofort in eine Lage, welche einen ungestörten Blutumlauf durch die Nabelschnur gestattet; reinige den Mund vom Schleim und hülle den Körper in weiche, warme Flanelle ein, auch reibe Füße, Hände und das Rückgrat mit der flachen Hand. Diese Mittel reichen in der Regel hin, den Blutumlauf herzustellen, Pulsiren in der Nabelschnur wird wahrgenommen, dem bald darauf Athmen folgt, worauf die Schnur gebunden und abgeschnitten werden kann. Nachdem 5 oder 10 Minuten verstrichen sind, innerhalb welcher das Kind kein Lebenszeichen von sich gegeben hat, muß die Nabelschnur abgeschnitten und gebunden und das Kind in ein warmes Bett gebracht werden. Das Reiben der Füße, Hände und des Rückgrats setze man fort und tauche die Hand in kaltes Nasser oder Spiritus und reibe damit die Brust oder gieße zwei oder drei Fuß hoch aus einer Theekanne einen Strom kalten Wassers auf die Brust. Bleibt dies alles ohne Erfolg, so fülle man die Lungen künstlich mit Luft. Dies mag geschehen, indem man ein seidenes Taschentuch lose über den Mund legt, um dadurch die Kraft des Athems zu brechen, und durch dasselbe sanft Athem in den Mund einbläßt; gleichzeitig schließe man die Nase des Kindes mit dem Daumen und dem Zeigefinger, wodurch der Luft der Ausgang versperrt wird. Wenn so die Lungen mit Luft gefüllt sind, treibe man die Luft durch einen sanften Druck auf die Brust wieder aus und fahre so eine Zeitlang fort. Leichte elektrische Schläge mögen zuträglich sein; man setze zu diesem Behufe einen Pol an den oberen Theil des Rückgrats und den andern auf die Brust.

Diät der Neugeborenen.

Die geeignetste Kost für den Säugling ist natürlich die Muttermilch und darauf sollte das Kind beschränkt bleiben, bis wenigstens ein Theil der Zähne durchgebrochen ist.

Sogleich nach der Geburt lasse man es an der Seite der Mutter sechs bis acht Stunden schlafen, dann lege man das Kind an die Brust, auch wenn keine Milch vorhanden sein sollte. Wenn die Milchabsonderung noch nicht begonnen hat, füttere man es inzwischen mit gleichen Theilen von Milch und Wasser, durch Stückzucker oder ein wenig Molasses mit Wasser versüßt. Der Säugling sollte während des Tages alle drei Stunden und während der Nacht alle sechs oder acht Stunden an die Brust gelegt werden. Eine gewisse Regelmäßigkeit ist in der Darreichung der Nahrung zu beobachten. Es wird gut sein, den Mund nach jeder Speisung auszuwaschen, da dies das Entstehen der Schwämmchen verhindern wird.

Anschwellen und Verlängerung des Kopfes

tritt sehr häufig besonders nach starken und längeren Geburtswehen ein, so daß das geborene Kind mißgestaltet erscheint, was die Umgebung beunruhigen, aber in ein oder zwei Tagen verschwinden wird. Waschung des Kopfes mit einer schwachen Lösung der Arnica-Tinktur wird gewöhnlich dessen Veränderung beschleunigen.