Ignatia. — Wenn der Patient plötzlich mit einem heftigen Schrei aus dem Schlafe auffährt.
Hyosciamus. — Bei plötzlichen Anfällen nach dem Essen, das Kind schreit auf und wird unempfindlich, Zucken der Gesichtsmuskeln, Schaum vor dem Munde und große Wildheit.
Wenn die Convulsionen beim Beginne von Ausschlagfiebern, wie [Masern], [Scharlachfieber] oder [Pocken] erscheinen, gebe man Coffea und Aconitum. Darauf Bryonia und Belladonna, die in der Regel den Ausschlag zum Durchbruch bringen.
Erscheint die Convulsion im Verlauf eines Fiebers, so gebe man bei Scharlachfieber Belladonna und bei Masern Bryonia. Gewähren diese keine Linderung, so gebe man Cuprum abwechselnd mit Belladonna. Tritt innerhalb zwei Stunden keine Besserung ein, so gebe man Stramonium und Cuprum. Convulsionen in Folge von Schreck erfordern Opium, besonders wenn ein Zittern des ganzen Körpers stattfindet, das Kind daliegt, als ob es betäubt wäre, schwer und schnarchend athmet und das Gesicht fast blau ist. Hilft Opium nicht, so gebe man Stramonium oder Ignatia. Hyosciamus bei Schaum vor dem Munde, Zucken der Gesichtsmuskeln. Treten Convulsionen in Folge von Schlägen oder Fallen aus den Kopf ein, so gebe man Arnica.
Zuweilen treten Convulsionen ein, wenn eine Erkältung sich von den Lungen nach dem Kopfe zieht. In solch einem Falle bringe das Kind in ein warmes Bad, mache Kaltwasser-Umschläge auf den Kopf und beharre in dessen Anwendung, bis die Ursache nach den Lungen zurückkehrt, was an dem schwierigen Athmen, Rasseln &c. erkannt werden kann. Innerlich gebe man Belladonna und Cuprum abwechselnd; später Opium und Camphor.
Verordnung der Heilmittel. Von dem gewählten Heilmittel löse man 12 Kügelchen in 12 Theelöffel voll Wasser und gebe alle 10, 15 oder 20 Minuten der Strenge der Symptome angemessen, einen Theelöffel voll. Verlängere die Zwischenräume mit dem Besserwerden des Kindes.
Zahnen (Teething — Dentition).
Das Zahnen ist mit beträchtlicher Gefahr für das Kind verbunden und das Durchbrechen der Zähne beginnt in der Regel in einem Alter von 5 bis 7 Monaten. Es kündigt sich durch Röthe, Hitze und Empfindlichkeit des Zahnfleisches, sowie durch den Speichelfluß an. Zuweilen ist damit Thränen der Augen, Fieber, Verdrießlichkeit, gestörter Schlaf verbunden. Häufige Entleerungen der Eingeweide finden statt.
Behandlung.
Allgemeine. Wenn das Zahnfleisch heiß und geschwollen ist und besonders wenn ein Blutandrang nach dem Kopfe bei Zucken der Muskeln stattfindet, sollte das Zahnfleisch sogleich über dem Zahn geöffnet werden, was in der Regel sofortige Linderung verschaffen wird. Auch mag man das Kind auf einen harten Gegenstand, wie einen Elfenbeinring, beißen lassen.