Wenn Verstopfung folgt, gebe dreimal des Tages Nux Vomica. Die anderen Heilmittel müssen ebenso wie Borax gegeben werden.

Eclectische und Kräuterkur. Tritt eine Störung in den Eingeweiden ein, so gebe man den zusammengesetzten Syrup von Rhabarber und Potasche (Compound syrup of rhubarb and potassa). Dosis: Alle 2 oder 3 Stunden einen Theelöffel voll. Wasche den Mund mit einem starken Aufguß von blauer Schlangenwurzel (Blue cohosh root) und Gelbwurz; versüße ihn mit ein wenig Zucker oder Honig und füge etwas Alaun (Alum) hinzu. Calcinirte Magnesia (Calcined magnesia), einige Grane in ein wenig Wasser aufgelöst, wird empfohlen, den Säurezustand der Eingeweide zu bewältigen; oder bei lockerem Zustande gebe man präparirte Kreide (Prepared chalk) und lasse beiden einen Tag um den andern eine gelinde Dosis Castoröl folgen. Ein schwacher Aufguß von Anissamen (Anise seed), oder Katzenmünze (Catnip), dem eine kleine Quantität minderkohlensaure Soda (Sodasalz — Subcarbonate of soda — Sal Soda) und ein oder zwei Tropfen Paregoricum (Paregoric) beigefügt ist, wird dienlich gefunden werden, das Kind zu beruhigen und die Entleerungen zu reguliren. Das folgende ist ein gutes Gurgelwasser für den Mund des Kindes: Man nehme Salbei (Sage), Isop (Hyssop) und Sumachbeeren (Sumach berries) zu gleichen Theilen und mache eine starke Abkochung davon, versüße es mit Honig oder Zucker und gebe zu einem halben Pint einen halben Theelöffel voll pulverisirten Borax. Wasche den Mund häufig damit. Auch Abkochungen von Salbei (Sage), Krätzwurzel (Gold thread), Brombeerwurzel (Black berry root), rothe Himbeerblätter (Red raspberry leaves) werden zuträglich gefunden werden.

Verstopfung und Diarrhöe.

Bei Verstopfung der kleinen Kinder ist es nicht rathsam, Abführmittel, wie Castoröl, Bittersalz (Epsom salts) &c. zu geben, statt deren bediene man sich einfacher Einspritzungen von warmem oder kaltem Wasser. Diese wirken milder und mehr naturgemäß. Diarrhöe ist eine nicht seltene Plage der Kinder und wird in der Regel durch übermäßiges Füttern, Erkältung, ungesunde Kost, Zahnen &c. verursacht. Sorge sollte getragen werden, daß die Diarrhöe nicht zu plötzlich gestopft wird, besonders wenn stark wirkende Medizinen angewendet werden.

Wegen der Behandlung dieser Zustände siehe [Abtheilung I, Kapitel 12].

Kopfwassersucht (Hydrocephalus).

Dies ist eine Ansammlung von Wasser im Schädel und befällt Kinder sehr häufig.

Symptome. Eine Entzündung, welche Wassersucht hervorruft, geht in der Regel sehr langsam und allmählig vor sich und es treten daher keine sehr heftigen Symptome ein. Eines der gewöhnlichsten Symptome ist Schläfrigkeit; der Patient legt seine Hände auf das Haupt und gibt so augenscheinliche Zeichen des Leidens und Schmerzes; die Zunge ist mit einem weißen Schleim bedeckt, der Kopf ungewöhnlich heiß, das Athmen schwierig und mühsam, die Augen stumpf und schwer, der Puls ist schwach, während die Adern des Nackens und der Schläfe heftig schlagen, der Kopf vergrößert sich allmählig, die Eingeweide sind verstopft, der Appetit verschwindet. Schreitet die Krankheit vor, so ist das Kind geneigt, fortwährend zu schlafen.

Ursachen. In einigen Familien scheint eine Anlage hierzu vorhanden zu sein. Unter den hervorragendsten Ursachen mögen Zahnen, Diarrhöe, Schläge, Fallen, Erkältung, chronische Entzündung des Gehirns gezählt werden.