Unter Krampf versteht man eine plötzliche Zusammenziehung einer oder mehrerer Muskeln, und wird derselbe meistens im Bein verspürt, obgleich manchmal auch Magen und Brust davon befallen werden können.
Ursachen. Wenn man sich plötzlich der Kälte oder feuchter Luft aussetzt, Trinken von kaltem Wasser während man erhitzt ist oder schwitzt, unverdauliche Nahrung, Unmäßigkeit im Essen und Trinken, übermäßige Anstrengung der Muskeln.
Behandlung.
Allgemeine. Ist das Bein von einem Anfall befallen, so wird gewöhnlich dadurch geholfen, wenn eine Schnur oder ein Sacktuch fest über den affizirten Theil gebunden wird. Auch dadurch, daß man den Fuß zum Schienbein heraufzieht und so fest als möglich gegen dasselbe andrückt, bis der Krampf vorbei ist, wird Linderung verschafft.
Eclectische und Kräuterkur. Ist der Magen vom Krampf befallen, so lege einen Umschlag von gleichen Theilen Laudanum, Kampher, Pfeffermünz-Essenz (Essence of peppermint) und Amberöl. Hat der Krampf sich im Bein oder Hals festgesetzt, so kann rother Pfeffer und Whiskey gebraucht werden.
Als ein innerliches Mittel gegen Magenkrampf gebrauche zusammengesetzte Lobelia- und spanische Pfeffer-Tinktur (Compound tincture of lobelia and capsicum).
Homöopathisch. Colocynth — mildert gewöhnlich den in der Nacht eintretenden Krampf. Treten Krämpfe bei Tag ein, so gebe Rhus.
Veratrum. — Mag jeden Abend gegeben werden, wenn der Anfall häufig eintritt.
Sulphur, Bryonia und Sepia. — Wird gebraucht, um das Wiederkehren der Krämpfe zu vermeiden.