Das stärkende Sitzbad erfordert häufige Wiederholungen, drei- bis sechsmal täglich und mag bei zu starker monatlicher Reinigung, weißem Fluß (Leucorrhœa) und Gebärmuttervorfall angewendet werden. Das Sitzbad wird häufiger als ein ableitendes Mittel gegen Störungen der Leber und Nieren, Verdauungsschwäche (Dyspepsia), Blutandrang nach dem Kopfe, Verstopfung der Eingeweide &c. angewendet und wenn dies der Fall ist, so sollte die Temperatur des Bades 60 bis 85 Grad betragen und der Patient sollte ungefähr 15 Minuten in demselben bleiben. Wenn es gegen Geschwüre oder chronische Leiden der Geschlechtsorgane gebraucht wird, sollte dasselbe 20 bis 45 Minuten dauern. Das Sitzbad darf weder unmittelbar vor dem Essen noch vor Ablauf von 2½ Stunden nach der Mahlzeit genommen werden. Mäßige Bewegung sollte nach jedem Bad gemacht werden, wenn der Patient stark genug ist, wenn nicht, muß durch gehöriges Reiben die Rückwirkung gesichert werden.
Das seichte Bad (The Shallow Bath).
Man bediene sich eines seichten oder gewöhnlichen Badezubers Und fülle denselben vier bis sechs Zoll mit Wasser an. Während des Bades sollte der Unterleib und der untere Theil des Körpers, sowie auch Brust und Rücken, von dem Badenden oder einem Wärter gehörig gerieben und der Kopf gewaschen werden. Wenn kein Frost vorhanden ist, so gieße man einen Eimer kalten Wassers auf die Brust und die Schultern. Sehr schwache und gegen Kälte empfindliche Personen mögen ein solches Bad 1 bis 15 Minuten lang nehmen, und in anderen Fällen kann es 15 bis 30 Minuten dauern. Man lasse demselben Reiben mit einem trockenen Tuche oder der Hand folgen. Es wird bei Hautkrankheiten, krankhaftem Kopfweh, Steigen des Blutes nach dem Kopfe, [Schlagfluß], Lähmung, Sonnenstich &c. sehr zuträglich gefunden werden.
Das Untertauchen (The Plunge Bath).
Dieses Bad sollte in einem größeren Wasserbehälter oder Trog genommen werden. Es wird gewöhnlich nach Schwitzen und zuweilen nach der nassen Einhüllung Jenen, die dasselbe vertragen können, verordnet. Der Patient sollte das Tuch und die Decke mit zum Bade nehmen und erst, nachdem er Brust und Kopf naß gemacht, in das Wasser tauchen.
Es wird zuweilen bei allen chronischen Krankheiten, die nicht mit Blutandrang nach dem Kopfe, Schwierigkeit des Athmens, oder gestörtem Blutumlauf verbunden sind, mit gutem Erfolg angewendet. Die Temperatur des Bades betrage 55 bis 65 Grad und der Kranke verbleibe bei chronischen Krankheiten einige Sekunden bis 2 oder 3 Minuten in demselben; bei starkem Fieber 10 bis 15 Minuten.
Das Fußbad
ist ein ausgezeichnetes Mittel, besonders bei Krankheiten des Kopfes und der Brust und kann ebenfalls gegen kalte Füße angewendet werden.
Wenn es sich darum handelt, den Blutandrang nach Kopf und Brust zu vermindern, so sollte das Gefäß nicht zu groß sein und das Bad 20 Minuten bis eine Stunde dauern. Nimmt der Blutandrang während des Bades zu, so mache man Kaltwasserumschläge auf den betreffenden Theil. Die Füße sollten während und nach dem Bade gerieben werden.