Nasse Umschläge.
Wenn zur Kühlung bestimmt, muß die Größe der Tücher dem entzündeten Theile angemessen sein. Sie werden dann sechs- bis achtfach zusammengelegt, in sehr kaltes Wasser getaucht, ausgedrückt und alle 5 bis 10 Minuten, je nach der Entzündung, erneuert. Wenn das Wasser nicht kalt erhalten werden kann, so füge man Eis hinzu. Die Umschläge müssen Tag und Nacht ununterbrochen aufgelegt werden, bis die Gefahr vorüber ist. Eine Vernachlässigung des Wechsels der Tücher kann schlimme Folgen nach sich ziehen.
Wenn man beabsichtigt, die Temperatur des betreffenden Theiles zu wechseln, so mögen die Umschläge in zwei- oder dreifach zusammengelegten Leinen bestehen, welche in kaltes Wasser getaucht werden; sie sollten gehörig ausgerungen und nicht früher gewechselt werden, bis sie trocken sind. Die Wirkung mag durch das Bedecken der Umschläge mit einem trockenen Handtuche gesichert werden.
Diese Umschläge werden bei Störungen der Verdauungsorgane, der Leber, Leiden der Eingeweide &c. sehr zuträglich sein.
Heiße Umschläge über den Körper sind gegen Blutandrang nach den Lungen, dem Gehirn, der Gebärmutter &c. sehr empfehlenswerth. Bei Gallen- und Bleikolik, Blutandrang nach der Leber oder Milz und Congestiv-Fiebern werden Umschläge so heiß, als sie ertragen werden können, und fortgesetzt, bis sich Linderung einstellt, von großem Werthe gefunden werden.
Einspritzungen
von warmem Wasser werden sich gegen Verstopfung, Diarrhöe und andere Leiden der Eingeweide bewähren.
Allgemeine Regeln.
Alle Vollbäder sollten genommen werden, während der Körper warm ist. Bei chronischen Fällen lasse man dem Bade einen Spaziergang oder eine andere kräftige Bewegung, wenn es die Kräfte des Kranken erlauben, folgen.
Kein Bad sollte innerhalb einer Stunde nach einem Bade und kein Bad vor Ablauf von zwei Stunden nach einer Mahlzeit genommen werden.