Man lege ein Polster in die Armhöhle, welches hinreichend dick ist, den Arm von dem Körper zu halten. Dann hebe man den Ellbogen vermittelst einer Schlinge ähnlich einem Rockärmel, die sich vom Handgelenk nach dem Ellbogen erstreckt, ziehe ihn rückwärts und lasse die Schiene auf der gesunden Schulter ruhen, während der Arm an der verletzten Seite ruhig an dem Körper gehalten werden muß.
Bruch des Schulterblattes.
Das Schulterblatt wird selten gebrochen, ausgenommen in Folge unmittelbarer heftiger Verletzungen. Wenn der Knochen gebrochen ist, so wird eine schmerzhafte Anschwellung, sowie auch Steifheit und Unfähigkeit den Arm der betreffenden Seite zu bewegen, eintreten.
Behandlung.
Mache eine Compresse über den Sitz des Bruchs und bringe den Knochen durch das Anlegen eines festen Verbandes oder durch Streifen von Heftpflaster in eine unbewegliche Lage.
Bruch des Oberarms.
Dieser Bruch findet häufig in der Mitte des Armes statt. Er kann daran erkannt werden, daß der Patient den Ellbogen oder Vorderarm nicht heben kann und an dem knirschenden Gefühl, das empfunden wird, wenn sich die Bruchstücke an einander reiben.
Behandlung.
Man forme eine Schiene von Sohlenleder, das zuerst in Wasser erweicht wird, der äußeren Fläche des Armes angemessen, und dehne diese bis zur Schulter gehörig aus; befindet sich der Bruch näher unter dem oberen Ende des Knochens, mache ein Polster unter die Achsel oder in die Armhöhle; lege eine kurze Schiene von Sohlenleder an die innere Seite des Armes und befestige dieselbe vermittelst eines Wickelbandes von den Fingern aufwärts. Wenn sich der Bruch weiter vom Gelenk ab befindet, kann das Polster ausgelassen werden.