Wenn sich der Knochen nach rückwärts geschoben hat, ziehe die Schulter kräftig genug vom Körper weg, damit der Knochen in seine Lage zurückgebracht wird, dann presse die Schulter nach rückwärts und halte sie in dieser Stellung. Fand die Ausrenkung nach vornen statt, so beseitige sie in derselben Weise; beuge die Schulter ein wenig nach vorwärts und lege eine feste Compresse über dem Knochen an, damit eine Wiederholung verhindert wird.

Ausrenkung der Schulter.

Die Kugel des langen Armknochens kann in drei verschiedenen Richtungen ausgerenkt werden, nach unten, in die Armhöhle, nach vornhin, auf die Brustmuskeln und nach rückwärts auf die Rückseite des Schulterblattes.

Wenn die Ausrenkung in die Armhöhle stattfand, so ist der Arm länger als der andere und der Ellbogen von der Seite gezogen; die Rundung der Schulter ist verschwunden, der Patient kann den Arm nicht heben und die Finger sind zuweilen empfindungslos.

Bei einer Ausrenkung nach vorwärts wird ein Höcker an der Spitze der Schulter gefühlt, der Ellbogen ist von der Seite nach rückwärts gezogen, der Arm ist kürzer und die Kugel kann unter dem Schlüsselbein gefühlt werden.

Wenn die Kugel nach rückwärts an das Schulterblatt gezogen ist, so kann sie durch die Geschwulst an jener Stelle gefühlt werden; der Arm und Vorderarm wird quer über die Brust gezogen.

Behandlung.

Wenn eine Ausrenkung in die Armhöhle stattfand, lasse man den Patienten sich auf den Rücken legen, stelle den nur mit dem Strumpf bekleideten Fuß in die Armhöhle, ziehe dann stark an dem Arme und zwinge so durch das Gegenstemmen des Fußes die Kugel zurück, bis sie plötzlich in die Höhle springt.

Bei einer Ausrenkung nach vorwärts bringe man durch Ziehen des Armes nach aus- und aufwärts die Kugel in die Armhöhle und verfahre dann weiter wie eben beschrieben.