Bei Riß- und Quetschwunden ist die Behandlung der obigen ähnlich. Wenn aber eine Entzündung im hohen Grade eintritt, muß das Pflaster entfernt und Kaltwasser-Umschläge, zuweilen auch ein beruhigender Umschlag gemacht werden. Die Tinktur der Ringelblume (Calendula) ist bei dieser Klasse von Wunden der Arnica vorzuziehen.
Stichwunden werden ungefähr in derselben Weise wie die obigen behandelt. Sorge sollte getragen werden, daß die Wunde nicht vom Grunde aus heilt, was durch das Einschieben von ein wenig Charpie in die Wunde verhindert werden kann.
Vergiftete Wunden schließen in sich Bisse und Stiche von Musquitos, Spinnen, Bienen, Wespen und Schlangen. Eine Auflösung von gewöhnlichem Salz mag mit Vortheil angewendet werden, ebenso auch Ammoniak-Wasser, ein Umschlag von Wegebreit- (Plantain) Blättern, Arnica-Tinktur, nasser Erde und Olivenöl.
Bei den Bissen von Schlangen sollte sogleich ein Taschentuch oder irgend ein anderer Verband fest um das Glied zwischen die Wunde und das Herz gelegt werden. Das Gift muß dann vermittelst des Schröpfkopfes (Dry cup) oder des Mundes aus der Wunde gesaugt werden. Der Patient sollte darauf so bald als möglich Whiskey, Wachholderbranntwein (Gin) oder Brandy trinken, bis er betrunken ist, und in diesem Zustande so lange verbleiben, bis sich die Symptome bessern.
Quetschungen.
Eine Quetschung wird in der Regel durch einen stumpfen, harten Gegenstand, der mit den weichen Theilen des Körpers in heftige Berührung kommt, ohne die Haut zu zerreißen, verursacht. Die kleinen Blutgefäße werden gewöhnlich zerrissen, lassen das Blut unter die Haut und erzeugen schwarze oder blaue Flecken.
Behandlung.
Zu einem Theile Arnica-Tinktur füge 6 bis 8 Theile Wasser, befeuchte ein Tuch mit dieser Lösung und lege es über die Quetschung.