Ich denke unaufhörlich Leïlas
Und der verrauschten Jahre. Liebe Freunde,
Warum beweint ihr meinen Jammer nicht?

Ich möchte Freunde haben, welche weinen,
Wenn ich in Tränen bin! Hat Gott die Macht,
Zwei Herzen zu vereinen, wenn die Hoffnung,

Sie zu vereinen, schon in Asche sank?
Von Allahs Fluch getroffen seien jene,
Die meinen, daß die Zeit mir Lindrung bringt!

Für ewig hängt mein Sinn an Leïla;
Ich sehe sie im Geist, wie sie des Abends
Die väterlichen Schafe heimwärts treibt.

Gott schenkte einem andern Leïla.
Mich machte er verrückt nach Leïla, –
Konnt er mir denn nichts Besseres verleihn?

Hat man mir nicht gesagt, daß sie im Sommer
Nach Tima käme? Hingeschwunden sind
Des Sommers Monde, – warum kam sie nicht?

Weh! meine Liebe ist gespannt gleich wie
Die Sehne eines Bogens. Eines Tages
Zerreißt die Sehne, maßlos überreizt.

O immer wieder, wenn der Morgenstern
Sich mit dem Frührot aus der Nacht erhebt,
Flammt meine Leidenschaft gewaltig auf.

Wenn ich mich rüste zum Gebet, so neige
Ich mich nach jener Richtung hin, wo du
Verweilst, o Strahlende. Die heiligen

Gesetze wollen, daß ich mich nach andrer
Richtung verneige; doch das tu ich nicht.
Ich liebe sehr den Namen Leïla,