Ihr Gang ist wogend, ihre Haare liegen
Wie Wellen um die Stirn. Mein Herz ist wüst, –
Es läßt nicht ab von der, die mich verachtet.
Sie schreibt mir Missetaten zu, die ich
Niemals beging; ihr Zorn flammt gegen mich,
Und, ach, mir täte ihre Gunst so not!
Gewährt sie mir ein Stelldichein, so wart ich
Umsonst auf sie. Nun nehme ich mir vor,
Das nächstemal ihr unwirsch zu begegnen.
Doch seh ich sie dann wieder, stolz und schön,
So flieht mein zorniger Vorsatz ganz dahin,
Im Anblick ihrer königlichen Haltung.
Ja, wogend ist ihr Gang. Kein andres Wesen
Hat diesen wogend-wundervollen Schritt
Wie sie, der all mein Träumen angehört.
Wer sie betrachtet, dessen Augen werden
Geblendet. Ihrem Angesichte ward
Der Strahlenglanz der Sonne nachgebildet.
Die reinste Schönheit geht verlockend aus
Von ihrem Angesicht. Der schönste Duft
Hat sein Arom von ihrer Haut geliehn.
Und wenn der frömmste Scheich an ihrer Seite
Verweilte, – alle Frömmigkeit bewahrte
Ihn vor Versuchung seines Herzens nicht.