Wär es nicht billig, daß im wahren Leben
Du auch so gütig mir entgegenkämest,
Wie du's im Leben meiner Träume tust?
O Qual! wir sind zwei Liebende, die nur
Sich lieben, wenn sie träumen; doch im Wachen
Sind sie voll grimmen Zornes zueinander.
Man soll sich hüten vor den Luftgebilden
Der Träume; doch mitunter, das ist wahr,
Sind sie auch weiser, als wir Menschen sind.
IM RAUSCH
ABU NUWAS
Sie schien mir sorgenvoll. Ich wollte sie
Umarmen, voller List. Da rannen Tränen
Aus ihren Augen, heiß, über die Rosen
Der jungen Wangen. Eine Schale hob ich
Ihr da entgegen, und sie trank sie leer,
Und in ihr Paradies nun stürmt ich ein ...
O furchtbar, wenn sie aus den tiefen Wogen
Des Rausches, der sie noch umfangen hält,
Erwachen wird! Der Gram wird sie verzehren,
Und in Verzweiflung und voll Haß wird sie
Mich niederstechen mit dem schärfsten Schwerte
Ihrer entsetzlichen Verlassenheit.