Am späten Morgen steht sie auf. Ein Duft,
So wundervoll, als stamm er von Muskat,
Umweht ihr Lager. Sie erhebt sich spät,

Weil kein Geschäft sie, keine Arbeit zu
Besorgen hat. Die Finger ihrer Hände
Sind zart und rosig, kleinen Blüten gleich.

Ihr Teint besitzt die Farbe eines Eis,
Gelegt von einer jungen Straußin, die
Nur immer silberklares Wasser trank.

Ihr Teint ist ambrafarben. Er durchschimmert
Die Nacht wie eine Fackel, die ein frommer
Einsiedler in der Finsternis erhebt.

Der Weise auch muß ihr Bewundrung zollen,
Wenn sie daherkommt, zwei Begleiterinnen
Zu Seiten, die sie völlig überstrahlt.

Oft heilt die Zeit den Wahnsinn der Verliebten,
Doch niemals wird mein Herz die Leidenschaft
Preisgeben, die ihm Licht und Nahrung ist.

Wie oft schon haben Freunde mich bestürmt,
Ich solle sie verlassen, die ich liebe.
Taub bleib ich solchem Ratschlag immerdar.

Wie viele Nächte, die mir endlos schienen,
Gleich dem gedehnten Wogengang des Meeres,
Sind mir mit dunkeln Sorgen schon genaht.

Einst sprach ich zu der Nacht, von der ich meinte,
Daß sie zur Hälfte schon verflossen sei,
Die aber immer schrecklicher sich dehnte:

O Nacht, so sprach ich, lange Nacht, entflieh
Und mache endlich Platz dem jungen Tag,
Wenn ich auch weiß, daß aller Tagesglanz