Ist es ein Wunder nicht, daß man den Glanz
Des Tages und zugleich die dunkle Nacht
In einem holden Leib beisammen sieht?
AUF EINEN APFEL
UNBEKANNTER DICHTER
Der Apfel, den ich aus der Hand empfing
Des reizendsten, gazellenhaften Mädchens,
War von ihr selbst gepflückt, von einem Zweige,
Der biegsam wie ihr eigner Körper war.
Und es war süß, die Hand darauf zu legen,
Als sei's der Busen derer, die ihn schenkte;
Hold duftete der Apfel wie der Atem
Der Geberin; die Farbe ihrer Wangen
Sah man auf ihm; und ihre Lippen meint ich
Zu spüren, da ich an den Mund ihn nahm.