Wenn du erscheinst, beneidet wohl der Tag
Das Hemdlein, das du trägst. Er möchte wohl
Dein Hemd besitzen, um es triumphierend
Der Sonne hinzuhalten, die darob
Vor Eifersucht ihr goldnes Licht verlöre.
Wenn du vorbeigehst, werden alle Frauen
Von Neid erfüllt, daß ihnen nicht ein Wuchs
Wie dir gegeben ward. Gepriesen sei
Das Tal Agathe, deinem Mund zu Ehren,
Gepriesen sei der Glanz der Perlen, der
Dem blanken Schimmer deiner Zähne gleicht!
Wer deine Wangen demutvoll betrachtet,
Der meint wohl in das Paradies zu schauen.
Doch irrt er, – deine Wangen sind die Hölle!
Der Purpur deiner Wangen gleicht dem Feuer,
Das aus den Schlünden der Verdammnis sprüht!
LIEBESLIED
UNBEKANNTER DICHTER
Dein voller Busen ist so weiß und hart
Wie Elfenbein. Die Weichheit deiner Wangen
Ist wie das süße Fleisch der Banyanfrucht,
Und auch so frisch und duftend ist dein Antlitz.
Die schlanken Säulen deiner Beine zeigen
Das Ebenmaß der jugendlichen Palmen.
Auf deinen Schultern ruht der Tau der Frühe,
In deinen Haaren schläft die Lust der Nacht.