Spanische Tänzerin.
Wie in der Hand ein Schwefelzündholz, weiß,
Eh es zur Flamme kommt, nach allen Seiten
Zuckende Zungen streckt –: beginnt im Kreis
Naher Beschauer hastig, hell und heiß
Ihr runder Tanz sich zuckend auszubreiten.
Und plötzlich ist er Flamme ganz und gar.
Mit ihrem Blick entzündet sie ihr Haar
Und dreht auf einmal mit gewagter Kunst
Ihr ganzes Kleid in diese Feuersbrunst,
Aus welcher sich, wie Schlangen, die erschrecken,
Die nackten Arme wach und klappernd strecken.
Und dann: als würde ihr das Feuer knapp,
Nimmt sie es ganz zusamm und wirft es ab
Sehr herrisch, mit hochmütiger Gebärde
Und schaut: da liegt es rasend auf der Erde
Und flammt noch immer und ergibt sich nicht –.
Doch sieghaft, sicher und mit einem süßen
Grüßenden Lächeln hebt sie ihr Gesicht
Und stampft es aus mit kleinen festen Füßen.
Der Fremde.
Ohne Sorgfalt, was die Nächsten dächten,
Die er müde nicht mehr fragen hieß,
Ging er wieder fort; verlor, verließ –.
Denn er hing an solchen Reisenächten
Anders als an jeder Liebesnacht.
Wunderbare hatte er durchwacht,
Die mit starken Sternen überzogen
Enge Fernen auseinanderbogen
Und sich wandelten wie eine Schlacht;
Andre, die mit in den Mond gestreuten
Dörfern, wie mit hingehaltnen Beuten,
Sich ergaben, oder durch geschonte
Parke graue Edelsitze zeigten,
Die er gerne in dem hingeneigten
Haupte einen Augenblick bewohnte,
Tiefer wissend, daß man nirgends bleibt;
Und schon sah er bei dem nächsten Biegen
Wieder Wege, Brücken, Länder liegen
Bis an Städte, die man übertreibt.
Und dies alles immer unbegehrend
Hinzulassen, schien ihm mehr als seines
Lebens Lust, Besitz und Ruhm.
Doch auf fremden Plätzen war ihm eines
Täglich ausgetretnen Brunnensteines
Mulde manchmal wie ein Eigentum.