Ich weiß – ich weiß: Nur wie ein Meteor,
Das flammend kam, jach sich in Nacht verlor,
Werd' ich durch unsre Dichtung streifen!
Die Laute rauscht. Es jauchzt wie Sturmgesang, –
Wie Südwind kost – es gellt wie Trommelklang
Mein Lied und wird in alle Herzen greifen …

Dann bebt's jäh aus in schriller Dissonanz …
Die Blüten sind verdorrt, versprüht der Glanz –
Es streicht der Abendwind durch die Zypressen …
Nur wenige weinen … Sie verstummen bald.
Was ich geträumt: sie geben ihm Gestalt –
Ich aber werde bald vergessen …

IV.

Im Sklavendienst der Lüge
Hab' ich den Tag verbracht …
Nun hat den Gnadenschleier leis
Herabgesenkt die Nacht.

Es schweigt verträumt die Runde,
Nur raunend der Nachtwind rauscht –
Ich aber mit brennendem Munde
Habe Stunde um Stunde
Mit Geistern aus nächtigem Grunde
Wilde Zwiesprach' getauscht!

Hei! Wie er mich umflattert,
Der Geister toller Schwarm!
Wie er mich preßt mit dunkler Lust
In seinen Riesenarm!
Wie Frage er auf Frage
In meine Seele schreit!
Und ob ich bang verzage,
Die Brust mir blutig schlage
Und bete, daß es tage:
Wie ist der Tag so weit!

Sommerrosen.

Ich wollte dich mit Rosen überschütten,
Mit roten Rosen dein goldbraunes Haar
Und deines Mieders Knospenrundung schmücken …

Als noch der Lenz mit süßem Veilchenodem,
Ein milder Sieger, durch die Lande schritt,
Sprach ich zu dir: Geliebte! Hat sein Mund
Mit letztem heißem Abschiedskuß die Rose,
Die rote Sommerrose, aufgebrochen,
Dann will ich zu dir kommen und mit Rosen,
Mit roten Rosen deine Schönheit krönen …

Nun kam der Sommer … Und der Rosen Fülle
Seh' ich allorts und alle Stunden blühn …
Die ganze Welt scheint ihrer Macht verfallen,
Und ihre Keusche wirbt Vasallen um Vasallen …
Selbst einen Bettler sah ich heute lächeln,
Als sein vertränter Blick von ungefähr
Auf einen Korb mit roten Rosen fiel …