O, wie blüht mein Land!
Sieh dir's doch nur an,
Daß es mit uns über die Wolken
In die Sonne kann!
Bewegte See.
Noch einmal so! Im Nebel durch den Sturm:
Das Segel knatterte, die Schiffer schrien,
Am Bugspriet stand das Wasser wie ein Turm,
Ich fühlte deine Angst in meinen Knien
Und sah dein stolz und fremd Gesicht.
Noch einmal wollte mir dein Auge drohn,
Wie eine Flamme stand dein Haar im Winde,
Doch in den Wellen rang ein Ton
Wie das Gewein von einem Kinde –
Da wehrtest du mir nicht:
Um meine Lippen lag dein naß wild Haar,
Um deine Schulter lag mein Arm gezogen,
Und unsern Kuß versüßte wunderbar
Der Schaum der salzigen Sturzwogen –
Da schrie ich laut vor Freude auf.
Noch einmal so! Was tust du jetzt so kalt,
Hast du denn Furcht vorm offnen Meere!
Es peitscht dich warm! Komm bald, komm bald!
Im Hafennebel tanzt die Fähre –
Hinaus! hinauf!
Nachtgebet der Braut.
O mein Geliebter – in die Kissen
Bet' ich nach dir, ins Firmament!
O könnt' ich sagen, dürft' er wissen,
Wie meine Einsamkeit mich brennt!
O Welt, wann darf ich ihn umschlingen!
O laß ihn mir im Traume nahn,
Mich wie die Erde um ihn schwingen
Und seinen Sonnenkuß empfahn
Und seine Flammenkräfte trinken,
Ihm Flammen, Flammen wiedersprühn,
O Welt, bis wir zusammensinken
In überirdischem Erglühn!