»Es ist unser letzter Abend in Italien. Du weißt ja nicht, mit welchem Grauen ich an die kommenden Stunden denke, in denen wir wieder zurück müssen, in denen du mich allein lassen wirst.«
»Jane … ich lasse dich doch nur für kurze Zeit, für wenige Tage, höchstens Wochen allein. Dann komme ich zu dir zurück, und dann sind wir für immer vereint. Noch viele, noch schönere Tage wird uns das Leben bescheren.«
»Noch schönere Tage? … Kann es noch Schöneres geben, als was wir jetzt genossen haben?
Wie ein Traum, wie ein unendlich schöner Traum liegen die Tage der letzten Wochen hinter mir … Unsere Hochzeit in Linnais. Wie Atma die ganze Gesellschaft betörte und wir ungesehen abreisen konnten … die wunderbare Fahrt über die Eisgipfel der Alpen … Dann der erste Gruß der sonnigen Gefilde Italiens … das Mittelmeer, der Nilstrom, die Pyramiden … Rom … das hat mir weniger gefallen. Du sprachst viel von der Geschichte und Größe der Stadt. Aber ich … bedenke nur, daß ich von Kindheit an immer in Trenton in unserem Haus und Garten gelebt habe. Rom, das war mir zuviel …«
Enger schmiegte sie sich an ihren Gatten.
»Aber am meisten freue ich mich darauf, wenn wir nach dieser Reise erst ruhig in unserem eigenen Heim sitzen werden, wenn ich nicht mehr zu sorgen brauche, daß … o warum, Silvester … warum müssen wir uns noch einmal trennen, warum willst du noch einmal von mir gehen … laß mich doch nicht zurück … laß mich nicht allein in der fremden Welt zurück … nimm mich mit nach Linnais. Ich will euch nicht stören. Ich will weder dir noch deinen Freunden in den Weg kommen, solange ihr mit eurer Erfindung zu tun habt. Nur laß mich bei dir bleiben.«
Fester umschloß Silvester sein junges Weib.
»Nein, Jane. Das ist unmöglich. Aber es sind ja nur wenige Wochen. Dann ist das große Werk vollendet. Dann bin ich unabhängig. Dann werden wir leben können, wie und wo es uns gefällt. Wo es uns am besten gefällt, da werden wir unser Heim gründen, nach dem ich mich ebenso sehne wie du.«
Nach langem Schweigen hub Jane wieder an: »Ich weiß, Silvester, auch du gehst nur ungern. Erik Truwor ist es, der uns trennt … Ja, Erik Truwor …«
Vorwurf und Bitterkeit lagen in den letzten Worten.