»Ja. Ich kenne ihn … habe ihn sehr gut gekannt.«

»Aber Sie sprechen nie von ihm. Und doch ist sein Name in unseren Gesprächen schon oft gefallen.«

»Lassen Sie, Jane! … Es sind Erinnerungen, die … ich … begraben … vergessen haben möchte. Ich denke jetzt nur noch an sein Werk … Wird es ihm glücken? … Wird ein idealer Wille im Besitz einer unendlichen Macht imstande sein, der Menschheit den Frieden zu geben, die Dinge der Welt zum Heil der Menschheit neu zu ordnen … ich denke, es wird ihm gelingen … er wird sein Werk vollbringen, nach dem eine neue Zeitrechnung für die Politik und Geschichte Europas … nein, der ganzen Welt beginnt …«

Lord Horace stand plötzlich in der Halle. Diana fühlte sich unsicher. Sie wußte nicht, wieviel ihr Gatte von dem Gespräch gehört haben mochte, wieviel von diesem Gedankenaustausch an sein Ohr gedrungen war.

»Auch hier Politik? Wo ich Ruhe suchte, fand ich immer nur Politik.«

»So muß es wohl sein, Horace. In Schloß und Hütte, in den entlegensten Winkeln der Erde bewegt doch alle dieselbe Frage. Kann es etwas Erhebenderes geben als den Gedanken, daß die Welt endlich zur Ruhe kommen soll? Daß dies sinnlose Morden und Zerfleischen ein Ende haben soll …?«

»Du scheinst dich schon ganz als Weltbürgerin zu fühlen. Was aus unserem Lande … aus dem britischen Weltreich wird, ist dir gleichgültig. Freilich … du bist keine geborene Britin.«

»Aber ich habe stets als englische Patriotin gefühlt. Ich habe stets empfunden …« – Lady Diana sprang auf und trat ihrem Gatten entgegen – »… daß ich die Gattin Lord Maitlands bin.«

»… als Britin hast du gefühlt?«

»Stets, Horace!«