Wie ein eigenes fremdes Wesen stand das Staatsgewand da. Die goldenen Flitter, mit denen es dicht an dicht besetzt war, ließen in den dunklen Spiegelwänden kurze Blitze aufzucken. Ein hartes Leuchten kam und ging, der Schein einer fernen, kühlen, selbstisch gepanzerten Hoheit.

Ein Licht brach in das Dunkel. Die Tür hatte sich geöffnet. Den Armleuchter in der erhobenen Rechten, trat Katharina näher. Sie hatte keinen Schlaf finden können. Mit ihren weichen geschmeidigen Bewegungen glitt sie von Wand zu Wand, entzündete die Kerzen. Helle durchströmte den Raum.

Stärker sprühte der prunkende Flimmer über der weißen Seide. Aber sein Schimmern war nicht mehr eng und abgezirkt, es verfloß mit dem weichen alles erfüllenden Glanze und sammelte sich wieder aus ihm zu reicherer erhöhter Schönheit.

Katharinas Busen bebte unter dem feinen Batist ihres Hemdes. Ihre Nasenflügel zitterten erregt. Sie neigte sich über das bauschende Gebilde, hockte neben ihm nieder und lehnte den Kopf in seine weiten Falten. Gold floß zu Gold. In warmem Rieseln. Und löste die Starrheit des festgebannten, durchglühte, durchflutete es mit seinem Leben. Knisternd schmiegte sich der steife Prunk an den üppigen, atmenden Leib.

Eine jauchzende Trunkenheit ergriff sie, eine überquellende zärtliche Trunkenheit.

Sie tastete mit leisem Lachen in das Gefunkel, zog es um sich her, warf sich hinein wie in eine rasche rauschende Flut. Die goldenen Sterne sprangen, schwangen leichte Bogen und senkten sich kreiselnd. Goldener Staub rührte ihren Nacken, spielte um die weißen vollen Glieder, küßte ihr Arme, Hand und Fuß im Tanz. Wirbelnd fiel er zu Boden, lag, verwirrt, verirrt, nutzloser Tand.

Ihre kindhafte Heiterkeit wandelte sich in Ernst.

Was da verloren im Unrat verkam, war die Löhnung dreier Grenadiere!

Sie schnellte auf ihre Füße.