Der Präzeptor hob die Hand. Der Junker stand wie ein junger Stier mit gebeugtem Nacken, bereit, sich beim ersten Schlag auf den Nebenbuhler zu stürzen.

Das Kürtchen kreischte laut auf vor Vergnügen.

Sein Geschrei weckte Katharina.

Mit einem Ruck fuhr sie auf und war sofort auf den Füßen. Wiegenden Schrittes trat sie zwischen die Kampfhähne. Ihr Lächeln ging vom einen zum andern.

Helles Rot schoß in beiden auf.

Katharina streckte die Hände. Ihre Hüften schaukelten leicht: »Ich liebe es nicht, wenn meine Freunde sich streiten.«

Ein ächzender Laut klang zu ihr hinauf, ein verzerrtes Gesicht sank gegen ihre Knie. Ihr kleiner, eifernder Beschützer.

In rascher Umfassung zog sie das erstarrte Körperchen an sich. Sie war die Anfälle seiner Sucht gewohnt. Stundenlang hatten sie ihn sonst geplagt, den armen Leib in wilden Schauern geschüttelt, bis kaum noch Atem in dem wehen Gemächte war. Kein Mittel hatte dagegen verfangen wollen. Als sie zum erstenmal des rasenden Tobens ansichtig geworden war, hatte sie gemeint, der Leibhaftige habe sein Spiel mit dem Kinde, dann aber hatte sie es entschlossen in ihre Arme genommen und an sich gedrückt, fest, ganz fest. Das hatte den ärgsten Sturm gebrochen.

Auch diesmal schien der drohende Ausbruch gebannt. Gleichwohl sprangen der Präzeptor und der Junker eilfertig zu Hilfe, faßten und hielten die Glieder, die in kurzen, heftigen Stößen zu zappeln begannen. Im Eifer ihrer Verrichtung kamen sie näher und näher zu Katharina hin. Diese rührte sich nicht, nur das kupfrige Gekraus über ihren Schläfen streifte bald die Stirn des einen, bald den Nacken des andern ihrer Helfer. Dann flammten deren Stirnen höher auf, und die Hände, die stützen sollten, bebten ärger als das vom Krampf geworfene Wesen.

»Gerad, als ob sie's vom Satan gelernt hätt'!«