Fürstin Darja Menschikoff
Nach einem Stich von A. Dubow
In ihre Ausgelassenheit fuhr das Gellen schriller Trompetenstöße. Zugleich wurde das drängende Lärmen auf der Straße eiliger. Mit einem Ruck stand sie. Die hellen Brauen zogen sich nachdenklich zusammen: ob auch an sie bald die Reihe kam, zu wandern?
Graf Scheremetjef
Nach einer Lithographie von Langlume
Sie stieß die Schultern mit einer abtuenden Bewegung hoch: was konnte ihr geschehen? Ihr, nichts. Wohl aber dem, der in zwei Stunden ihr Mann sein würde. Er sah schmuck aus in der Trompeteruniform. Schade, daß er sie mit Unlust trug. Er meinte, ein junger Ehegatte habe andere Pflichten, als sich in Gefahr zu begeben. Er hatte Angst, daß er seinen Platz neben ihr allzubald würde verlassen müssen. – Sie nickte, während sie ihre krausen, ruscheligen Haare langsam zu einem dicken Knoten schlang: sie brauchte nicht zu sorgen, daß sie allein bleiben würde. War es nicht der Johann Kruse, so war es … Ihre Brust dehnte sich. Sie beendete den Gedanken nicht, aber der feste, bestimmte Ausdruck ihrer Züge zeigte, daß sie in ihrem Geiste Möglichkeiten erwog, die weit über das Dasein einer behäbigen Gärtnersfrau hinausgingen. –
Fürst Alexander Menschikoff
Nach einer Lithographie von Langlume
Die Trauung in der Marienkirche war vorüber. Die Pröpstin hatte im Gartensaal ihres Hauses eine kleine Tafel herrichten lassen. Daran saßen neben dem Hochzeitspaare und den Zugehörigen des pröpstlichen Hauses die Ehrengäste: die betagten Eltern des Gärtners, der Oberst und der Major des schwedischen Regimentes, dem Kruse angehörte, und einige Leutnants, die der Oberst von der Kirche her auf ihre Bitten hin mitgebracht hatte. Die jungen wie die alten Herren hatten nur Augen für die Braut, kaum daß des Bräutigams in den kurzen Trinksprüchen, die seine Regimentsoberen hielten, gedacht wurde. Steif, mit einem bösen, verbissenen Gesicht saß Johann Kruse wie angenagelt auf seinem Stuhl. So oft Katharinens Wohl ausgebracht wurde, hob er den dicken Glashumpen, der vor ihm stand, und leerte ihn mit einem Zuge. Je mehr er trank, um so argwöhnischer belauerten seine runden, rollenden Knopfaugen die ihm gegenübersitzende Katharina.
Graf Apraxin
Nach einer Lithographie von Langlume