Katharina hockte auf einem niederen Schemel mitten in der Stube. Die Knie hatte sie angezogen, die Arme darum geschlagen und die Finger fest ineinander verschlungen. Wie leblos verharrte sie. Sie hörte das Umherschwanken des Trunkenen, hörte die lallenden, knurrenden Laute des Eifersüchtigen, das stoßende, ruckende Atmen des Gierigen.

Ein feiner, lauernder Kitzel war in ihr: ob er es wagte, sie zu berühren? Und was würde er tun?

Sacht drehte sie den Kopf über die Schulter.

Er lehnte gegen die Bettwand. Mit zäher Mühe hielt er sich aufrecht. Die schweren, dicken Lider, die ihm jeden Augenblick zuzufallen drohten, riß er überweit auf.

»Frau!«, murrte er, »Frau!«

Katharina ließ die bloßen Füße auf den Boden klatschen. Kühl rannen die Falten des langen Hemdes über ihren heißen Körper. Sie reckte sich. Ihre Oberlippe kräuselte sich verächtlich. Nahe, ganz nahe glitt sie an den zum Griff ausgespannten Fingern vorüber und war mit einem Sprunge zwischen den Kissen. Eilig wollte der Genarrte ihr nach. Doch der Heftigkeit seiner Begierde entsprach nicht mehr die Gewandtheit seiner Glieder. Katharina war schneller als er. Sie wich aus, bog sich zurück, warf ihm die Betten an den Kopf, die Decken zwischen die Beine. Er verfing sich darin, strauchelte, arbeitete mit Händen und Füßen, sich zu befreien. Indessen hatte sie die weichen Wurfgeschosse wieder an sich gerissen, und das hastende Spiel begann aufs neue. Zuerst hatte sie es getrieben, weil sie den vom Rausch Umnebelten sich fernhalten wollte und hoffte, ihn zu ermüden. Dann reizte sie es. Sie hatte ihre Lust daran: wer würde Sieger bleiben? Schon wurden seine Bewegungen lässiger, sekundenlang schien es, als schliefe er, hingeworfen, wie er gerade lag, da gab sie sich eine Blöße, entwich einen Augenblick zu spät seinem Zupacken. Er ergriff sie. Mit beiden Fäusten preßte er ihre Schultern zusammen und riß sie zu sich.

Alles Blut wich aus ihren Lippen. Ein Schrei lag zwischen den erblaßten. Er wurde nicht geschrien, aber jede Fiber an ihr bäumte sich wider die Gewalt.

Ein stummes, erbittertes Keuchen begann.

Immer heftiger, immer wütender wurde der Kampf. Seine Sinne kamen ins Sieden. Eine Feuerwolke stieß aus dem erregten Leibe über ihr, drang auf sie ein, glühend, in flammendem Brande.

Ihr Wehren brach ermattet, ihr Widerstand versagte.