Der kleine Mann blieb unbeweglich auf der Schwelle. Sein vogelartiges Gesicht war beim Anblick des Zaren noch spitzer geworden: »Solche Tröstung hat dein Sohn stets vonnöten, Peter Michaelowitsch, wenn du ihm die Gnade deines seltenen Besuches schenkst.«
»Wenn ihn schon meine Gnade zu Boden wirft,« der Zar trat hart an den Mönch heran, »wie wird es ihm ergehen, wenn ich ungnädig bin? – Schurken,« bohrend richteten sich seine Blicke auf den Pater, »ich durchschaue euch, ihr seid bange um eure Macht. Einen aufrechten Mann könnt ihr nicht vertragen. Ich bin eurer Schlauheit entschlüpft. Nun wollt ihr mir mit dem da,« er wies auf den Hingeworfenen, »ein Gewicht anhängen. Hütet euch! Treibt es nicht zu weit. Der roten Treppe gegenüber sind noch ein paar Galgen frei.«
Schmetternd schlug die Tür hinter ihm ins Schloß.
Die Drohung hatte den Pater nicht erschreckt. Keine Miene verzog sich in seinem Gesicht. Langsam, jedes Wort im gleichen Tone murmelte er:
»Auf der roten Treppe haben deine Füße im Blut gestanden, Peter Michaelowitsch, als du noch ein Kind warst. Du wirst durch Blut gehen dein Lebelang.« Seine Stimme schlug um: »Daß es nicht das meine ist,« er nickte vor sich hin, »dafür werde ich Sorge tragen.«
Ein leiser, wehevoller Laut rief ihn an die Seite des Zarewitschs. Stützend legte er den Arm um den Bebenden.
Der Verstörte klammerte sich an sein Gewand, preßte aufschluchzend den Kopf zwischen die dunklen Falten:
»Ich wünschte, ich wäre tot. Oder,« er hob das Gesicht, ein seltsam starrer Ausdruck war darin, »oder mein Vater wäre es.«
Sachte legte sich die Linke des Paters auf den Scheitel des Knienden. Seine Rechte schlug das Kreuz:
»Gott sei uns Sündern gnädig, das wünschen wir alle.« – –