Der Kreml
Nach einer zeitgenössischen Darstellung
»Du hast dich heute zum zweiten Male vergangen, Peter Michailoff.« Die heisere Stimme wurde grollend: »Diesem Manne stand das Schwert nicht zu.«
In Peters Zügen zuckte es bedrohlich:
»Keife nicht, Majestät, ich habe es ihm zugebilligt.«
»Du hast hier niemandem etwas zuzubilligen,« kam es böse zurück.
»Majestät,« der Zar winkte gebieterisch, »erinnere dich, daß du es aus meinem Willen bist.« Er begann zu pfeifen, die Blicke in unablässiger Drohung auf den Fürsten gerichtet:
»Tanze!«
Ton um Ton quoll aus dem spottend gespitzten Munde. Ein Menuett.
»Tanze!«
Zähneknirschend stieg der Fürst von seinem Hochsitz herab. Sein Gesicht war fahl, er bebte an allen Gliedern, aber er wagte nicht, dem Gebote des Zaren zu trotzen. Mit knickenden Knien schritt er im Takte und stampfte mit den eisenbeschlagenen Stiefeln stolpernd die zierlichen Tanzfiguren.