Der sonst so Zungenfertige schien für eine Weile die Sprache verloren zu haben, dann aber ging die Mühlschleuder um so kräftiger los. Die Schimpfworte flogen nur so: russisch, polnisch, lettisch, deutsch. Der Vorrat des Sprachgewandten war unerschöpflich. Er zeterte noch, als Katharina mit dem Zaren längst außer Hörweite war und die Tür zu den Gemächern, die für den Herrscher im Palaste seines Günstlings stets bereit waren, sich hinter dem Paare geschlossen hatte.
Schwer war Peter auf sein Bett gesunken, hatte sich aber sogleich wieder aufgerichtet, um sich seines Überrockes zu entledigen. Mit hastigen Fingern zog und zerrte er daran.
»Du wirst es nie zu etwas bringen, wenn du nicht Geduld lernst!«
Eine etwas spöttische, kindliche Stimme hatte es gesprochen.
Mit beiden Händen die Kante des Bettes ergreifend, beugte Peter sich weit vor und starrte der Sprecherin in die kühlen, unbewegten Züge. Die Berauschtheit schien plötzlich von ihm abzufallen. Wie aus tiefem Traum erwachend klang die Frage: »Du?«
»Hast du mich vergessen?« Katharina wiegte sich in den Hüften, reckte die Arme und verschlang sie hinter der lodernden Flamme ihrer Haare. Ihr Leib dehnte sich. »Konntest du mich vergessen?«
»Ich mußte es!« Seine Zähne knirschten. Er zerrte sich an den Pfosten des Bettes empor, »warum kamst du nicht? Ich habe nach dir gebrannt!«
Sie nickte voll Hohn: »Die Glut hat dir das Gedächtnis ausgezehrt.«
Er erwiderte nicht. Ingrimmig, eigensinnig stieß er heraus: »Warum hast du mich warten lassen? Du!«
Sie hob die Schultern. Ein berauschender Duftstrom stürzte von ihrem Leibe auf ihn ein. Heiß stieg Erregung in ihm auf.