Sie schüttete ihrem Bräutigam ihr ganzes Herz aus, das voller Liebe und Freundschaft war, voller Anhänglichkeit – und erzählte alle möglichen dummen und lustigen Streiche.
Er mußte in aller Eile alles wissen. Und sie bat ihn, auch ihre Kameraden lieb zu haben. »Sie sind so gut, so klug! Solche gibt's nicht wieder!« rief sie.
Und er hörte ihr glücklich lächelnd zu.
Das war Frühlingsreinheit – Frühlingszartheit – Frühlingswonne!
Der Wind hatte sich gelegt, und der Mond schien hell.
Viele, viele Jahre sind vergangen. – Die Jugend vieler Millionen Menschen ist verweht. – Es ist alles anders geworden.
Röse ist nun eine alte Frau. – Was das Leben ihr gab, hat es ihr längst wieder genommen. Sie hat alle Freuden genossen und alle Freuden mit Leiden gezahlt – nach Menschenart. Sie ist unendlich geduldig geworden. Sie kennt alles und weiß alles. Sie hat alles sich wiederholen sehen, immer von neuem. – Sie ist gut, still und heiter und lebt in sich selbst. Hier, nur in sich selbst, findet sie die schöne, alte Welt, die ihr so lieb ist, so heimisch – sonst nirgends!
Fremde Gesichter sind um sie, und man spricht von fremden Dingen, die sie nichts angehen.
Ein Sehnen wie nach einer verlorenen Heimat ergreift sie oft – aber da ist nichts zu machen. Alles ist unerbittlich, was geschieht.