»Ja,« sagte ich, »liebster Herzbruder, ich habe sie gekocht, sonst hätte ich soweit nicht darauf gehen können.«
»Ach, daß Gott erbarme, was hast du getan! Du hättest sie lieber gar aus den Schuhen gelassen, wann du nur dein Gespötte damit treiben willst. Gott wird dich und mich zugleich strafen. Ich besorge, es stehe deine Seligkeit in höchster Gefahr. Ich liebe keinen Menschen mehr als dich, leugne aber auch nit, daß ich mir ein Gewissen machen muß, solche Liebe zu kontinuieren.«
Ich verstummte vor Schröcken, daß ich mich schier nicht wieder erholen konnte. Zuletzt bekannte ich frei, daß ich die Erbsen nicht aus Andacht, sondern allein ihm zu Gefallen in die Schuhe getan, damit er mich mitgenommen hätte.
»Ach Bruder, ich sehe, daß du weit vom Weg der Seligkeit bist. Gott verleihe dir Besserung, dann ohne die kann unsere Freundschaft nicht bestehen.«
Von dieser Zeit folgte ich ihm traurig nach, als einer, den man zu Galgen führet. Mein Gewissen fing an mich zu drucken, alle meine Bubenstücke stelleten sich mir vor Augen, da beklagte ich erst die verlorene Unschuld. Und was meinen Jammer vermehrete war, daß Herzbruder nicht viel mehr mit mir redete und mich nur mit Seufzen anschauete, als hätte er meine Verdammnis an mir bejammert.
Solchergestalt langten wir zu Einsiedeln an und kamen eben in die Kirche, als ein Priester einen Besessenen exorcisieret. Das war mir neu und seltsam, derowegen ließ ich Herzbrudern knien und beten, so lange er wollte, und ging hin, diesem Spektakul aus Fürwitz zuzusehen.
Aber ich hatte mich kaum ein wenig genähert, da schrie mich der böse Geist aus dem armen Menschen an: »Oho, du Kerl, schlägt dich der Hagel auch her? Ich habe vermeint, dich zu meiner Heimkunft bei dem Olivier in unserer höllischen Wohnung anzutreffen! Du ehebrecherischer, mörderischer Jäger, darfst du dir wohl einbilden, uns zu entrinnen? O ihr Pfaffen, nehmt ihn nur nicht an, er ist ein Gleißner und ärger Lügner als ich, er foppt euch nur und spottet beides: Gott und Religion!«
Der Exorcist befahl dem Geist zu schweigen, weil man ihm als einem Erzlügner ohn das nicht glaube.
»Ja, ja, fraget des ausgesprungenen Mönches Reisegesellen, der wird euch wohl erzählen, daß dieser Atheist die Erbsen gekocht, auf welchen er hierher zu gehen versprochen!«
Ich wußte nit, ob ich auf dem Kopfe oder Füßen stund, da ich dieses alles hörete und mich jedermann ansahe. Der Priester strafte den Geist, konnte ihn aber denselben Tag nicht austreiben.