X. Martinez, Quito.

Die Ostkordillere, von Pinantura (3175 m) aus. Hinten die Ausbruchswolke des Cotopaxi.

Am Morgen regnete es in Strömen. Aber je weiter wir aus dem Bereich der nassen Ostkordillere nach Westen kamen, desto heller wurde es; die Westkordillere lag in schönster Klarheit. Von der Höhe des Poingasi-Rückens warfen wir einen Abschiedsblick auf die durcheilte weite Quitomulde und stiegen dann, ihr den Rücken wendend, vom Tuffrücken des Poingasi westwärts nach Quito hinab, das in lethargischer Ruhe und Stille unter uns lag. Um 7 Uhr waren wir von der Hacienda Rosario weggeritten, nach 12 Uhr zogen wir wieder in die Hauptstadt ein.

Ölgemälde von Troya im Grassimuseum in Leipzig.

Der Antisana aus Südwest, von oberhalb des Hato (4300 m).

Der Cotopaxi.

1. Der Berg.

Von allen Schneebergen Ecuadors hat von jeher keiner so sehr das Interesse der Ecuatorianer selbst erregt wie der Cotopaxi. Das verdankt er seiner Lage, seiner Gestalt und seiner vulkanischen Tätigkeit. Einer die Ost- mit der Westkordillere verbindenden Vulkanreihe (Quilindaña-Cotopaxi-Rumiñagui-Corazon) angehörend, ist er so weit in die interandine Hochebene vorgeschoben, daß er vom Norden und Süden des Hochlands gut zu sehen ist. Wo wir auch im Hochlande reisten, fast überall trat, sobald sich die Fernsicht öffnete, der wundervolle weiße Riesenkegel des Cotopaxi aus den Wolken hervor, einzig in seiner Art, nie zu verwechseln mit einem der anderen großen Schneehäupter, der majestätische Zentralvulkan von Hochecuador. Ganz frei vom Fußpunkt bis zum Gipfel, ohne Vorberge und Zwischenstufen, präsentiert er sich auf der Westseite, und dort zieht stundenlang über seine Basisebene die einzige große Verkehrsstraße des Hochlands hin, von Latacunga nach Quito, auf der jährlich viele Tausende im vollen Angesicht des Berges von Norden nach Süden oder umgekehrt wandern.