Im Süden der Warufiyi wohnen die Wapogoro; in kleinen Dörfern und einzelnen Hütten im Busch. Da sie nicht weiter behelligt wurden, kamen sie nicht zur Unterwerfung, bildeten aber eine stete Gefahr für mich; denn mit ihrer Hilfe konnten die Aufständigen leicht Einfälle in die von mir geschützten Gegenden machen.

Ich wollte auch die Wapogoro zur Unterwerfung treiben und so einen Stamm nach dem andern dem friedlichen Gebiete anschließen; deshalb zog ich mit dem Unteroffizier und zwanzig Askari in das ziemlich schwach bewohnte Land, in dem auch die Wasserstellen nach Süden immer seltener wurden. Die Eingeborenen zeigten sich feindlich gesinnt, flohen jedoch meist ohne Gegenwehr; ihre Dörfer wurden niedergebrannt und das Getreide weggenommen.

Eines Tages lagerte ich am Ende eines langgestreckten Sees und schickte einen Gefangenen zu den Aufständigen, mit der Aufforderung sich zu unterwerfen.

Die Ufer des Sees säumte hoher Wald, der in lichten Buschwald überging; an einer Seite war das Ufer unbewaldet, und eine Talmulde mit weiten Grasflächen schloß sich an. Stark ausgetretene Wildwechsel mündeten am Wasser.

Vom Lager aus konnten wir im See die Flußpferde beobachten und die Uferpartien überblicken, an denen das Wild zur Tränke kam.

Da es bei meinem Hauptlager in Mtanza gar kein Wild gab, wollte ich hier für meine Leute einen Vorrat schießen und hatte Träger genug mitgenommen, um das Fleisch fortzuschaffen.

Als ich kurz nach Mittag das Lager in Begleitung des Unteroffiziers, einiger Askari und Träger verließ, waren alle Vorbereitungen für die Nacht getroffen; ein Dornverhau umgab in weitem Bogen die Zelte und war nach dem Wasser zu offen. Die Schwarzen hatten sich kleine Hütten gebaut und hockten im Schatten. Einige badeten in dem flachen Wasser am Ufer des Sees; andere brachten Brennholz. Ein Flußpferd, das sich von der Herde getrennt hatte, war nahe herangekommen und beobachtete neugierig und ängstlich die Vorgänge im Lager. Von Zeit zu Zeit tauchte es unter, und erschien bald danach laut prustend wieder mit dem Kopf über der Wasserfläche. Die Neger freuten sich darüber ebenso wie ich; man konnte sich dem Eindruck nicht entziehen, daß das einzelne Tier für die Sicherheit der ruhig im Hintergrund schlummernden Herde solch Interesse an uns nahm.

Birsch auf Riedböcke.

An dem Rande eines Akazienwaldes pürschte ich entlang und brachte in etwa zwei Fuß hohem, trockenem Grase bald einen Riedbock hoch, der nach mehreren Fluchten verhoffte. Mit einem Hochblattschuß streckte ich ihn im Feuer. Das blanke, starke Gehörn erfreute mich ebenso wie der einwandfreie Schuß; es entsteht stets ein Gefühl von Sicherheit und Befriedigung, wenn der Anfang der Jagd von Erfolg begleitet ist.

Ich ging nun quer über die Lichtungen; da wurden mehr Riedböcke flüchtig, die alle trotz der heißen Nachmittagssonne und der Nähe des schattigen Waldes im hellen Sonnenlicht ruhten.