Plötzlich wendet er sich ganz mir zu. Ich stehe ohne Deckung; nicht ein Strauch ist zwischen mir und dem Ungetüm.
Ich bemerke plötzlich, daß der Wind, der erst immer schwächer wurde, mir leise, aber stetig im Nacken weht, und diese Erkenntnis bringt mir einige Sekunden, in denen in mir der Wunsch, weit weg von hier zu sein, den Reiz der Gefahr zu überwiegen droht.
Ich rühre mich nicht. — Vielleicht wird sich das Nashorn noch einmal beruhigen. Aber nein, der Wind kommt stärker durch: ich bin verraten, ich fühle mich entdeckt! Was wird geschehen?
Jetzt zieht das Tier noch einmal laut den Wind durch die Nüstern und tritt unruhig hin und her. Ich bücke mich kurz, lasse die Kamera ins Gras fallen und fasse die Büchse. —
Es ist mir klar, daß ich stehen bleiben muß, um das Tier bis zum letzten Augenblick zu täuschen.
An Verstecken war nicht zu denken und kein Baum in der Nähe, auf den ich hätte flüchten können.
Das Tier geht einmal nach links, dann nach rechts, es scheint zu äugen, doch seinen Augen nicht zu trauen.
(„He dont believe his eyes,“ sagte der Bur nicht oft so, in reinem Englisch?)
Da gibt ihm die Nase Gewißheit; im Galopp stürmt es auf mich los, bei jedem Sprung wild fauchend und prustend. Den Kopf hat es tief gesenkt.