Im Palmenwald bei Daressalam.

Die Palme im Vordergrund zeigt die Einkerbungen, die den Negern als Stufen dienen, um auf die Baumkrone hinaufzusteigen, Palmwein zu zapfen, oder Nüsse abzuschlagen. Alle Palmen, bei denen Anzapfen gestattet ist, sind mit einem T (tembo = Palmwein) gezeichnet. Dunkle, dichtbelaubte Mangobäume stehen zwischen den schlanken Stämmen der Kokospalmen. Rechts sieht man auf dem Bilde einen gemauerten Brunnen mit Auftritt. Der Afrikaner spricht von einer „Palmenschamba“, d. h. Pflanzung, weil es natürliche Kokoswälder dort nicht gibt.

Seesterne, Schlangensterne, Seeigel und Seegurken lagen auf dem Boden des nächsten Bassins; ein Farben- und Formenreichtum, der das Auge entzückte. Urkomisch waren die hier häufigen Kofferfische und die Kugelfische, die sich, aus dem Wasser gehoben, wie ein Ballon aufpumpen und ihre Stachel von sich spreizen.

Die Pflege eines Seewasseraquariums erfordert viel Mühe und Sorgfalt, denn nicht alle Fische halten sich in der Gefangenschaft und gewisse Arten kann man nur wenige Stunden im Bassin beobachten, dann sterben sie.

Obwohl es nicht schwer ist, neue Tiere zu fangen und auch die schwarzen Fischer häufig Schaustücke mitbringen, kann das Aquarium deshalb nicht immer eine große Sehenswürdigkeit sein. Wer sich jedoch erst einmal dafür interessiert, für den gibt es immer etwas zu sehen.

Am nächsten Morgen begleitete ich den Stabsarzt hinaus, um auf den Riffen von Makatumbe für das Aquarium zu sammeln.

Der Südwestmonsum wehte und das aus dem Hafen hinauslaufende Wasser förderte die Fahrt unserer kleinen einheimischen Auslegerboote. Wenn der Wind recht stark in das Segel des primitiven Fahrzeugs faßte, konnte man weit zu luvard auslegen und sah dann das klare, grüne Wasser unter sich hindurchschießen. Mit uns verließ eine große Inderdhau die enge Einfahrt, um ihren Kurs nach Sansibar zu nehmen. Der braune Holzkasten mit der plumpen Takelage und den großen Segeln paßte so recht zu dem Palmenstrand im Hintergrund und zu den farbigen Menschen.

Nach einer Fahrt von etwa einer halben Stunde landeten wir auf der Leuchtturminsel. Die Boote wurden auf den Sandstrand gezogen; die Neger folgten uns mit Eimern und Glasgefäßen auf die Riffe, die schon fast frei von Wasser waren.

Strandläufer und Reiher flogen auf.