Gegen abend gingen wir zum Fluß hinab und erwarteten auf einer weit vorgeschobenen Sandbank die Boote, die der Akide in einem Versteck wußte. Gerade an der Stelle, die wir uns zur Überfahrt ausgesucht hatten, schwammen zwei ungeheure Nilpferde im Wasser herum und die Boote konnten nur durch geschickte Manöver ausweichen. Die Schwarzen sahen immer ängstlich nach den Tieren und ruderten aus Leibeskräften, sobald das Boot in tiefes Wasser kam.

Ganz unheimlich aber wurde es erst nach Anbruch der Dunkelheit, als wir nur aus dem Schnaufen und dem unwilligen Brüllen merken konnten, wo sich die Kibokos befanden; wir atmeten erleichtert auf, als sämtliche Menschen, Reittiere und Lasten das Südufer erreicht hatten.

Der Proviant für die Europäer war fast zu Ende; drei Tage konnten wir uns allenfalls noch durchschlagen. So war ich denn im Zweifel, ob ich noch einen Zug in die Landschaft Mtanza unternehmen sollte, der mindestens zwei Tage Zeit forderte.

Ein farbiger Händler kam und berichtete am nächsten Morgen über die Lage in Mtanza.

Er schilderte, in welcher Verfassung die Aufständigen zurückgekommen seien: Hals über Kopf seien sie in die Boote gestürzt, viele Verwundete seien auf Bettstellen getragen worden; sie hätten die Nase voll. Als ich noch überlegte was zu tun sei, kam ein Bote und brachte einen Befehl von Hauptmann Merker aus Mohorro, ich sollte mit meiner Expedition nach dort zurückkehren.

Am nächsten Morgen trat ich gerade rechtzeitig aus dem Zelt um zu sehen, wie ein großes Flußpferd aus dem Schilf kam und über die Sandbank hin langsam ins Wasser ging. —

Der Rückmarsch wurde begonnen und gegen Mittag dem gestrigen Gefechtsfeld gegenüber gelagert.

Geier auf dem Schlachtfeld.

Mit vieler Mühe beschaffte mir der Akide ein Boot und ich fuhr hinüber. Zahlreiche Geier und Marabus kreisten in der Luft über den Leichen und saßen auf den Sandbänken. Ein großer Teil der Toten aber war schon in der Nacht fortgetragen und wahrscheinlich begraben worden.