Einmal hatte ich einen Namen. Wie lange ist das her?
Weiß Gott! Wie oft bin ich seit dem gestorben!
IV.
Ich gebe mir alle Mühe, mich zu ordnen, meine Verwirrung zu ordnen, meine Verirrung. Hören wir also den Tatbestand!
„Zwei Uhr dreißig Schleichpatrouille. Die neunte Kompagnie stellt hierzu einen Unteroffizier, vier Mann. Freiwillige vor!“ Freiwillig! Ein sehr kühnes Wort. Bitte, Ihre Aufmerksamkeit darauf zu richten! Aus eigenem Antrieb, könnte man sagen. Freiwillig, wie Gott die Welt erschuf! Freiwillig trat ich vor.
Weshalb blieb ich nicht freiwillig stehen? Wie gemütlich war doch der Unterstand! Wir hatten Kerzen an jenem Tag. Wir hatten Feuer. Wir hatten geheizt. Wir krochen so mollig in unsere Betten. Nebeneinander. Warm und geborgen. Die kleine Kerze hätte geschienen. Flacker-Schatten hätten sich bewegt. Die stämmigen Stämme, die Balken der Decke! So eng, so niedrig alles, traulich und warm. Viele Frühlingstage wären gefolgt!
Was trieb mich an? Weshalb nur mußte ich alles verlassen?
Und wenn nun ich fein nicht gegangen wäre?
Ein anderer für mich. Ganz einfach! Ein anderer hätte alles erlebt. Was zu erleben war, fertig wie eine Uniform. Fertig waren die Gänge da, die Schritte, das Stolpern, offen lagen die Gräben, die Löcher. Schon hingen die Granaten über uns. Alles bereit. So ging ich hinein.
Des Menschen Wille ist sein Himmelreich. So ging ich in mein Himmelreich.