Ich liess Wein und Süssigkeiten bringen. Martin ist darin vollkommen.

Sie knabberten wie die Mäuse. Von dem Wein nippten sie nur.

Dabei gingen die Augen im Zimmer herum. Sie brannten förmlich vor Interesse. Eine dekolettierte Kabinettphotographie der Kaiserin auf meinem Schreibtisch enttäuschte sie sichtlich: „Ach die Kaiserin!“ ... Einige Bou[pg 24]chers entschädigten sie etwas. Sie stiessen sich an und kicherten. Sicher hatten sie erwartet, die ganzen Wände voll nackender Frauenzimmer zu finden, alle fünf Barrisons mindestens!

„Ist es wahr, dass Sie jeden Tag Liebesbriefe kriegen? Olga Krohn sagt es.“

Olga Krohn ist ein charmantes Mädchen. Ich zeige männliche Bescheidenheit: „Ab und zu .. wie heute .. dass holde Lichtelfchen einem armen Sterblichen ihre Gunst erweisen.“

„Aber furchtbar viel Lieben haben Sie gehabt?“

„Es giebt soviel Liebreiz in der Welt.“

„Sie sind sicher schon oft sehr unglücklich gewesen?“

„Unsäglich!“

Dabei betrachten sie mich kritisch wie zwei kleine, menschenfressende Ungeheuer, [pg 25]ob ich nun die makellose, weisse Hemdenbrust aufknöpfen und das traditionelle blutende Herz mit dem grossen Knax mittendurch entfalten werde.