– Ich auch nicht! schluchzte sie wieder.

– Weißt Du was? sagte der Heuschreck, wie wenn er einen großen Entschluß gefaßt hätte. Wir wollen unserm Leben ein Ende machen!

– Ja, das wollen wir thun! Aber wie sollen wir es nur anfangen? meinte sie.

– Du weißt, sagte er, daß hier, etwa tausend Sprünge hinter diesem Rosenstrauch, ein großer See liegt; in den wollen wir hineinspringen, und dann ist es aus mit uns und unsern Leiden.

– So soll es geschehen! Es bleibt uns nichts Anderes übrig, rief das unglückliche Heuschreckfräulein, denn so geht es nimmermehr!

– Nein, so geht es nimmermehr!

Und so hüpften sie melancholisch fort, und als sie Beide am Ufer des Sees standen, da faßten sie sich ein Herz, umarmten sich zärtlich, sprangen zusammen in die Tiefe und die Wellen schlugen über ihnen zusammen.

– Hättest Du das Wasser für so trocken gehalten? fragte der Heuschreck die Geliebte nach einer Pause, während welcher er vergebens den Tod erwartet hatte.

– Ich glaube fast, es ist gar kein Wasser, in das wir uns gestürzt haben. Eher riecht es hier wie in einem Flachsfelde, das in voller blauer Blüthe steht. Vor Entsetzen zitterten sie aber noch alle Beide.

– Wahrhaftig, es ist eine Flachssaat. Ich erkenne die Stengel ganz deutlich und die blauen Blumen darüber und noch höher den blauen Himmel.