Endlich kam er vor den Spiegel... Himmel, da erblickte er die ganze Bescheerung, und vor Allem die große Gurke, die ihm an die Nase gewachsen war. Entsetzt sank er in den Lehnstuhl zurück und verfiel in eine tiefe Ohnmacht.
Am Morgen spät, als schon die Neujahrsglocken zur Kirche läuteten, erwachte der arme Kalendermann aus seiner Betäubung. Ihn fror erschrecklich, denn er hatte in der Nacht, als er mit dem Sternegucken fertig gewesen, das Fenster zu schließen vergessen; der kalte Wind blies herein und das Feuer im Kamin war längst erloschen.
Noch von dem bösen Traume zitternd, öffnete er die Augen. Nichts war zu sehen von Allem, was er im Traum erlebt hatte; die große Gurke, die Schlittenbahn, die Trauben, die Schneemänner, die Schwalben und die Zwetschenbäume... Alles war verschwunden.
– Also war es nur ein Traum... Gott sei Dank! rief der Kalendermann und rieb sich die Augen.... Nein, und dennoch war es kein Traum! setzte er, die Stubenthür anstarrend, hinzu. Und richtig, dort an der Thür stand mit weißen Buchstaben groß und breit geschrieben:
»Du Narr, Du machst zwar den Kalender,
Doch's Wetter macht der liebe Gott!«
Der Kalendermann sprang auf; er rieb und rieb an der Thür und verbrauchte vergeblich zehn Wischtücher, um die häßliche Schrift fortzureiben; die aber war nicht zu löschen und sie steht heute und diesen Tag noch da.... Ob sie 'was nutzen und der Kalendermann sich diese Lehre merken wird, das müssen wir nun erleben.
Druck von C. E. Elbert in Leipzig.