Meine Reise ging über Marseille, Lion, Paris und Hamburg. In Paris sahe ich annoch mein voriges Pferd, auf welchem ich von Boâssâse entwichen, dann es wurde von mir an den frantzösischen Consul zu Algier verkauft, von dem es auf des Königs Stall gekommen. Wie ich zu Hamburg ankam, kam mir mein Vater Oluff Janßen, welcher annoch im Leben ist, und zwey Jahr zuvor zu meiner Rantzion 800 Marck weggesandt hatte, entgegen; wie er aber auf Schreiben des Kauffmanns in Hamburg kam mich abzuholen, mußte er zu seinem großen Leidwesen vernehmen, daß man gefehlet hätte, wo nicht in dem Nahmen, doch in der Person, indem ein Soldat aus Bremen für diese Geld-Summe loßgegeben worden. Meines Vatern Geld war weg und sein Sohn gleichwohl in der Türckey; doch wie er kurtz hierauf Brieffe von mir, von meinem Wohlstande und der Hoffnung zu meiner gewissen Erlösung erhalten, gab er sich einigermassen zufrieden. Seine Hoffnung wurde erfüllet, da ich das Früh-Jahr hernach ankam und er abermals sich zu Hamburg einfand. So wenig er aber ersteren kennete, so wenig kunte er ietzo mich erkennen. Er hatte mich nicht gesehen, seit dem ich ein Knabe von 14 Jahren, ietzo aber wohl gewachsen, anbey corpulent und mit zierlichen Kleidern angethan war. Ich kam also gesund und vergnügt wiederum in meinem Vaterlande an, fast um selbige Zeit als ich vor 13 Jahr gefangen worden, und brachte an raren Kleidern, Meublen und baarem Gelde ziemliche Mittel mit mir, welches alles ich mit Vorwissen meines Patrons, mit mir aus der Türckey genommen. In Tundern hatte ich die Gnade dem Hochseel. Könige Christian dem Sechsten vorgestellet zu werden, welcher sich allergnädigst gefallen ließ, etwas von denen Dingen anzuhören, die sich mit mir zugetragen. Kan ich dann mich nicht selbst mit Joseph in Ansehung seiner Unschuld vergleichen, so kan es doch einigermassen in Absicht auf sein Glück geschehen, und mein alter Vater hat etwas vom Schicksal Jacobs erfahren, sowohl in Ansehung seiner Betrübniß als Freude über mich, indem er vorher eben so wenig glauben konnte, daß es mir so wohl ginge, als jemals gedencken, mich wieder zu sehen. Der Gott Abrahams, Isaacs und Jacobs, der mich bis diese Stunde unter vielen Gefährlichkeiten erhalten, gebe mir seine Gnade, damit seine Furcht mir vor Augen sey, daß ich mit Joseph für alles das Böse, so ihm zuwider, mich hüten, und in Ruhe, Glauben und Zuversicht zu ihm, von dem Getümmel und Unruhe dieser eitelen Welt entfernet, den Rest meiner Tage zubringen möge.

Anmerkungen zur Transkription

Die Schreibweise der Namen und der fremdsprachigen Textabschnitte wurde mit einer dänischen Originalausgabe abgeglichen:

Hark Olufs besynderlige Avanturer eller forunderlige Skiæbne i Tyrkiet, samt hans lykkelige Hiemkomst derfra til sit Fædreneland: Øen Amrom, i Riber-Stift. Haderslev, 1761.

Der häufig vorkommende Name Boâssâse wurde einheitlich so geschrieben. Die ebenfalls vorkommende Schreibweise Boässäse wurde entsprechend korrigiert. Alle weiteren Differenzen wurden wie in der dieser Transkription zu Grunde liegenden deutschen Fassung belassen. Im Besonderen gilt dies fürSeite 9, wo es im dänischen Original heißt:

Al ham dilola Robbi läiro min rachmana rachim mänik jumidin, jäken abeddo jäken astohiim tokino soratin lädino en ne dalohiim al ham dilolah robbi läiro min.

Seite 14, wo die Bezeichnung Thefés im dänischen Text einfach nur Thefes ist, sowieSeite 35, wo das dänische Original so lautet:

Herjar Sidna se Eisa

Weitere Fehler wurden korrigiert wie hier aufgeführt, zum Teil unter Anwendung der dänischen Originalausgabe (vorher/nachher):