„Du wirst mich doch nicht todt schießen, Marie, wenn ich ja sage?“

„Ich hätte es nie von Dir gedacht, John; – nicht wahr, Du hast nicht dafür gestimmt?“

„Ganz gewiß habe ich, mein schöner, kleiner Politiker.“

„So solltest Du Dich schämen, John! Arme, heimathlose, obdachlose Geschöpfe! Es ist ein schändliches, schlechtes, abscheuliches Gesetz, und ich will bei der ersten Gelegenheit, die sich mir darbietet, es übertreten; und ich hoffe, daß sich mir eine darbieten wird, gewiß! Es ist weit gekommen, wenn eine Frau nicht mehr ein warmes Abendbrod und ein Bett solchen verkümmernden Kreaturen geben kann, gerade deßhalb, weil sie Sklaven sind, und ihr ganzes Leben lang mißhandelt und gedrückt worden sind!“

„Aber, Marie, höre mich nur einmal an. Deine Gefühle sind ganz wahr und achtungswerth, und ich liebe Dich um ihrer willen; aber, meine Theuerste, wir dürfen unser Urtheil nicht mit unsern Gefühlen davon laufen lassen; bedenke, es hat nichts mit unsern Privatempfindungen zu thun, – es handelt sich hier um große, allgemeine Interessen, – es herrscht und steigert sich täglich eine so allgemeine Aufregung, daß wir unsere Privatempfindungen bei Seite setzen müssen.“

„Höre, John, ich verstehe nichts von Politik, aber ich kann meine Bibel lesen; und die sagt mir, daß ich Hungrige speisen, Nackte kleiden und die bekümmerten Herzens sind, trösten soll; und meiner Bibel bin ich zu folgen entschlossen.“

„Allein in Fällen, in denen eine solche Handlungsweise von Deiner Seite große allgemeine Nachtheile zur Folge haben würde –“

„Gott gehorchen kann nie allgemeine Uebel herbei führen; ich weiß, es kann nicht. Es ist immer am sichersten, überall das zu thun, was Er uns gebietet!“

„Höre mich nur einmal an, Marie, und ich kann Dir einen ganz klaren Beweis geben, daß –“

„O Thorheit, John! Du könntest die ganze Nacht sprechen, es würde Dir doch nicht gelingen. Ich frage Dich, John, könntest Du ein armes, frierendes, hungriges Wesen von der Thür jagen, weil es ein entlaufener Sklave ist? Könntest Du es thun?“