Bei diesen Worten lag in ihrer Stimme und in ihrem Wesen eine anmuthige, mitleidsvolle Sanftmuth, die in sonderbarem Gegensatze zu ihrer vorherigen Wildheit stand.
Tom trank das Wasser und blickte sie ernst und traurig an.
»O Missis,« sagte er, »ich wünschte, Ihr wolltet Euch zu Ihm wenden, der Euch lebendiges Wasser reichen kann!«
»Zu ihm wenden! Wo ist er? wo ist er?« sagte Cassy.
»Zu Ihm, von dem Ihr mir vorgelesen habt, — dem Herrn!«
»Als ich noch ein Mädchen war, sah ich oft sein Bild über dem Altare,« sagte Cassy, während sie in trüber Träumerei vor sich hinstarrte; — »aber hier ist er nicht! Hier ist nichts als Sünde und lange, lange Verzweiflung! Oh!«
Sie legte ihre Hand auf die Brust, und hielt den Athem an, als wolle sie eine schwere Last aufheben.
Tom schien weiter reden zu wollen, allein sie unterbrach ihn mit einer entschiedenen Bewegung.
»Sprich nicht, mein armer Mensch; versuche lieber zu schlafen, wenn Du kannst,« sagte sie, indem sie das Wasser in seine Nähe stellte; und nachdem sie sodann noch einige kleine Anordnungen für seine Bequemlichkeit getroffen hatte, verließ sie ihn.