»Für diesmal gewiß,« sagte Cassy; »aber jetzt habt Ihr seinen Haß auf Euch, der Euch Tag für Tag verfolgt, wie ein Hund, der an Eurer Kehle hängt, Euer Blut saugt und Euer Leben tropfenweise verbluten läßt. Ich kenne den Menschen.«
Siebenunddreißigstes Kapitel.
Freiheit.
»Es kommt nicht darauf an, mit welchen Feierlichkeiten
er auf dem Altare der Sklaverei geweiht worden
sei; sobald er den heiligen, brittischen Boden
betritt, versinken der Altar und der Gott in Staub,
und erlöst wiedergeboren, entfesselt steht er da durch
den unwiderstehlichen Genius allgemeiner Emancipation.«
Curran.
Für einige Zeit müssen wir Tom in den Händen seiner Verfolger lassen, während wir uns zurückwenden, um die Schicksale Georgs und seiner Frau zu verfolgen, die wir in einem Farmhause an der Straße in freundschaftlichen Händen ließen.
Tom Locker verließen wir, stöhnend und lärmend in einem fleckenlos reinen Quäcker-Bett, unter der mütterlichen Aufsicht von Base Dorcas, welche in ihm einen ganz so lenksamen Patienten fand, wie in einem kranken Büffelochsen.
Man denke sich eine hohe, würdevolle Frau, deren reine Musselinhaube ein wellenartiges Silberhaar beschattet, das auf der breiten, hintern Stirn gescheitelt ist, welche gedankenvolle, graue Augen überwölbt; ein schneeweißes Tuch von geglättetem Krepp legt sich glatt über ihrem Busen; ihr glänzend braunes Seidenkleid rauscht friedlich, wenn sie in der Stube auf und nieder gleitet.
»Alle Teufel!« sagt Tom Locker, indem er der Bettdecke einen starken Schlag versetzt.
»Ich muß Dich ersuchen, Thomas, nicht solche Ausdrücke zu gebrauchen,« sagt Base Dorcas, während sie ruhig das Bett wieder in Ordnung bringt.