9. Capitel. Die Provinz Kedú — Der Berg Tidar — In Magelang — Auf dem Pâsar (= Markt) — Javanische Schönheitsmittel — Haustoilette der europäischen Damen — Mein „Haus“ — Empfangsabende — Magelang — Opiumrauchen — Die Chinesen auf Java — Die gerichtliche Medicin der Chinesen — Ein zu grosses Militärspital — Die Königin von Siam in Magelang — Ein Oberstabsarzt „gestellt“ — Nachtheile der Pavillons aus Bambus — Organisation des Rechtswesens — Zum Theaterdirector gewählt — Die Journalistik Indiens.

10. Capitel. Der Buru Budur — Magelang während des Krieges mit Lombok — Soldatenfreunde — Die Religionen auf Java — Schulen für die Javanen — Die Dysenterie — Leberabscesse — Eine Expedition in den Tropen — Nochmals von Dienstboten — „Der Garten von Java“.

Schluss. Abreise von Magelang — Semárang — „Schuttery“ — Die chinesische Behandlung der Diphtheritis — Das ewige Feuer — Salatiga — Abschied von Semárang.

Anhang. Die Ansiedelungen der Europäer auf der Insel Java.

Sach- und Namen-Register.

Druck von H. Klöppel, Quedlinburg.

Fußnoten:

[1] Nach Zeichnungen in dem classischen Werke „de Atjehers“ von dem berühmten holländischen Gelehrten Snouck Hurgronje.

[2] Der Name „Sumatra“ soll zuerst von den Arabern im 12. Jahrhundert dieser Insel gegeben worden sein. Eine arabische Barke landete nämlich in diesem Jahrhundert an der nordöstlichen Küste, in der Nähe des Diamantencaps an der Mündung des Flüsschens „Djambu-Ajer“;, und fand landeinwärts einen Kampong, welchen die Eingeborenen Samudra nannten; die arabischen Seeleute veränderten diesen Namen in Schamatra und übertrugen ihn auf die ganze Insel. Jede andere Erklärung dieses Wortes wird, wenn man sie von den Eingeborenen abstammen lässt, gewiss unrichtig sein; in der Beschränktheit ihres geographischen Wissens und ihres socialen Lebens kennen die Eingeborenen nur den Namen ihres Kampongs, ihres Stammes und ihrer Nachbarn.

[3] Zur Zeit des zweiten Ausbruches des Krakatau lebte ich an der Ostküste von Sumatra, und ich kann daher aus Autopsie von diesem schaurigen Ereignisse nichts mittheilen. Mein Nachfolger in Telók Betóng theilte mir im Jahre 1884 einige Details aus diesem Drama mit, während der Ingenieur R. D. M. Verbeek die zweite Quelle ist, welcher ich folgende historische und geologische Einzelheiten verdanke. Im Jahre 1680 hat der Krakatau in gleicher Weise gewüthet; seit dieser Zeit war er nur der Mittelpunkt zahlreicher Erdbeben. Im Mai 1883 erfüllten fürchterliche Detonationen die Luft, welche bis Palembang einerseits und Benkulen anderseits, also ungefähr 270 km weit gehört wurden. Ich selbst befand mich damals als Patient im Spitale zu Weltevreden. Vis-à-vis der Officiersabtheilung standen damals die Bureaux des Spitalchefs und des Verwalters. Wenn der Herr Verbeek mittheilt, dass an diesem Tage kein Erdbeben stattgefunden habe und dass es nur starke Luftschwingungen gewesen seien, welche die Explosion im Mai begleiteten, dann verstehe ich nicht, warum das erwähnte Gebäude mit den Bureaux, wie ich es mit eigenen Augen sah, pendelartige Bewegungen machte und gleichzeitig in Pasuruan, 831 km vom Krakatau entfernt, Sprünge in Mauern entstanden. Ich sah aber auch Fensterblenden sich hin- und herbewegen und brachte sie mit den Detonationen in Verbindung. Ob Luftschwingungen allein so stark sein können, dass solche Erscheinungen auftreten, weiss ich nicht. Ich selbst sah damals den Stoff der Fensterblenden wellenartig sich hin- und herbewegen; beim Ausbruch des Krakatau im August desselben Jahres wurde die Detonation bis nach Ceylon, der Westküste von Australien und bis nach Manilla fortgepflanzt; das sind allerdings Entfernungen, welche gewaltige, bis jetzt kaum bekannte Luftschwingungen voraussetzen lassen. — (Den 10. October fand wiederum ein kleiner Ausbruch statt, ohne dass er allgemein bekannt wurde.) Aber auch die Wogen erreichten schaurige Dimensionen. Bei Telók Betóng stiegen die Wellen 22 Meter und bei der Insel „Quer in den Weg“ 35 Meter hoch und pflanzten sich bis Ceylon, Aden, ja selbst bis Frankreich fort!